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Konzertgenuss im Treppenhaus

Trier. Manchmal läuft es nicht wie geplant. Intendant Hermann Lewen hatte am Freitag kurz vor Beginn des Konzerts mit Maybebop wegen einer Gewitterwarnung sprichwörtliche Bauchschmerzen. 600 Gäste waren gekommen. Sie erlebten einen ganz und gar besonderen Auftritt.

Trier. Während die Wolken am Himmel zunahmen, sprach Mosel-Musikfestival-Intendant Hermann Lewen mit den Künstlern. Man war sich rasch einig: Konzertbeginn wie geplant unter freiem Himmel, keine Pause und Abbruch, wenn es denn zu schlimm werden sollte.
Für die Gäste lagen Regencapes bereit, die dankbar angenommen wurden. Punkt 20.30 Uhr begann das Konzert. Nur eine knappe Begrüßung durch den Intendanten, dann hatte die Musik das Wort. Und die überzeugte vom ersten Ton an. Die vier stimmgewaltigen Herren waren nicht nur gesanglich top, sie imitierten auch perfekt ihre Begleitinstrumente.
Es war ein heiteres, aber auch tiefer gründendes Programm, das die Vier aus Norddeutschland für Trier zusammengestellt hatten. Die moralisierende Gesellschaft ("Das darf man nicht") bekam hier ebenso ihr Fett weg wie die zunehmende Abhängigkeit von elektronischen Begleitern ("Mein Handy weiß es"). Und auch der feine Unterschied zwischen "Theorie und Praxis" fand seine Beachtung. Ein guter Start, der gegen 20:50 Uhr vor eine erste Bewährungsprobe gestellt wurde. Denn da fielen die ersten Tropfen vom Himmel. Das Publikum nahm es gelassen, schlüpfte in die Regencapes.
Die Künstler auf der Bühne brachte das nicht aus dem Konzept. Mit kleinen Blödeleien bewahrten sie die gute Stimmung und überbrückten so den kurzen Moment der Unruhe. Und als ob das Wetter von Künstlern und Publikum beeindruckt gewesen wäre, hörte der Regen nach einiger Zeit auch wieder auf.
Weiter ging die musikalische Fröhlichkeit, bis es dann kurz vor Schluss doch kräftig runtermachte. Für die Musiker kein Problem: sie brachen ab und luden spontan zur Fortsetzung ins trockene Treppenhaus des Kurfürstlichen Palais ein. Nicht nur für das Publikum war das ein fantastischer Abschluss eines durchaus bemerkenswerten Konzerts. flo