Konzertsommer im Herzen der Stadt

Konzertsommer im Herzen der Stadt

Zwölf Konzerte mit 16 nationalen und internationalen Bands sowie drei Open-Air-Kino-Abende bietet das "Summer in the City"- Festival von Anfang Juli bis Mitte August im Posthof in der Trierer Fleischstraße. Zur Eröffnung treten die Trierer Band Whale vs Elephant und die japanische Formation Tinörks erstmals gemeinsam auf.

Trier. Whale vs Elephant ist ein seit zwei Jahren in Trier ansässiges Trio, existiert als Musikprojekt aber schon länger. "Es ist auf Reisen entstanden", sagt sein Gründer Tobias Braun (31), genannt Tobi, aus Merzig. Ihn zog es nach Abschluss seiner Ausbildung zum Erzieher nach Island.
"Ich hatte versucht, über verschiedene Organisationen einen Job dort zu bekommen, vergeblich. Da bin ich einfach so hingeflogen." Auch auf eigene Faust fand er in dem Land keine feste Arbeit, es war die Zeit der Finanzkrise. Er musste sich mit Minijobs über Wasser halten.
"Gefunden habe ich aber die Möglichkeit, Musik zu machen", sagt er, "denn jeder Dritte oder Vierte in Island ist in dem Bereich aktiv." Sein Interesse an Elektro- und Independent-Musik, speziell auch an der isländischer Prägung, konnte er über Kontakte in die Szene kreativ umsetzen. Schließlich trat er mit Musikern aus Island 2012 auf einem dortigen Musikfestival auf.
Aber auch in andere Länder reiste Tobi, entwickelte seine Musik an neuen Orten und mit neuen Bandmitgliedern weiter. Der Bandname, der übersetzt "Wal gegen Elefant" heißt, spiegelt seine Herangehensweise und ihre Motivation wider: "Der Name ist metaphorisch zu verstehen. Wal gegen Elefant, das ist der Kampf, der in jedem von uns steckt, manchmal weiß man nicht, wer man ist oder wo man hingehört", erklärt der Musiker (Gesang, Gitarre, elektronische Klangerzeuger). "Man wäre gerne ein anderer oder woanders, dann muss man raus, sich neu inspirieren lassen. Und wenn man mal seinen Trott hinter sich gelassen hat, kann man Anlauf nehmen, als Wal höher springen oder als Elefant weiter laufen."
Nach seinen Reisen kam Tobi eines Jobs wegen zunächst zurück nach Merzig. Ein halbes Jahr später zog er nach Trier, wo er jetzt arbeitet und im April 2013 mit Iris Rippinger (Gesang) und Dirk Pfeiffer (Gitarre) Wale vs Elephant zur festen Band formte. Deren Musik beschreibt er als inspiriert von Gruppen wie Notwist, die ab den 1990ern akustische mit Indie oder elektronischer Musik mischten.
"Als Hintergrund spiele ich elektronische Beats ein, davor erzeugen Instrumente und eine fragile Stimme melancholische und sphärische Klänge", sagt Tobi. "Unsere Musik schafft eine hypnotisierende und entspannende Atmosphäre, mit manchmal ganz zarten Tönen von Gitarre und Glockenspiel."
Auf CD gibt es sie noch nicht. Eine EP, die Tobi mit verschiedenen Leuten auf Reisen aufgenommen hat, kann man auf <%LINK auto="true" href="http://www.whalevselephant.bandcamp.com" class="more" text="www.whalevselephant.bandcamp.com"%> anhören und herunterladen. Die Band tritt meist in der Großregion auf, aktuell als Trie rer Repräsentant der Quattropole-Bandtournee in Luxemburg und Metz. Sie war im Frühling beim Melodica-Festival der Kulturkarawane im Trierer Frankenturm zu hören und wird in diesem Jahr auch noch in Köln und Hamburg spielen.
Am 2. Juli steht sie zur Eröffnung des Trierer Festivals "Summer in the City" erstmals gemeinsam mit der befreundeten japanischen Band Tinörks aus Osaka auf der Bühne. Sie habe er durch einen Zufall kennengelernt, sagt Tobi: "Ich habe sie übers Internet gefunden und angeschrieben, weil wir so ähnliche Musik machen. Sie hat mir gefallen, wir haben hin- und hergeschrieben, geskypt und uns gut verstanden. Ja, und nun kommen sie nach Europa." Nach dem Trie-rer Festival ist noch eine kleine gemeinsame Tour unter anderem nach Saarbrücken und Luxemburg geplant.
Wale vs Elephant und Tinörks spielen am Donnerstag, 2. Juli um 19.30 Uhr im Posthof in der Trierer Fleischstraße.
Extra

Weitere Termine:3. Juli: R\\'n\\'B-Duo Malky (Bulgarien/Ungarn); Le Very, Elektropop-Formation aus Berlin 4. Juli: Ron Williams und das Swing-Trio um Gitarrist Jörg Seidel spielen Soul- und Blues-Klassiker der 60er und 70er Jahre 5. Juli: Chansons aus eigener Feder singt der in Berlin lebende Autor und Chansonnier Christophe Bourdoiseau 9. Juli: Kubanische und Salsa-Musik bietet die französische Formation Son de Salon 10. Juli: Warm-Up zum Partnerfestival Sound&Vision in den Kaiserthermen mit den Indie-Bands Pool, Still Parade und Julius Gale 11. Juli: Osaka Monaurail, japanische Soul- und Funklegenden 23. Juli: Flavia Coelho (Brasilien) mit Samba, Bossa nova, Reggae und afrikanischen Klängen 24. Juli: Singer-Songwriter-Musik mit The Voice-Finalist Michael Schulte 25. Juli: Grammy-Gewinner Mayito Rivera aus Kuba 7. August: Pop mit der Berliner Newcomerin Nessi. 8. August: Honig und Young Chinese Dogs mit von Folk inspirierten Klängen Vom 13. bis 15. August: Open-Air Kinoreihe. Konzertbeginn 19.30 Uhr. Es gibt Tages- und Zwei tagestickets sowie einen Festivalpass für alle Veranstaltungen bei den TV-Service-Centern und unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996. ae