Kopf einer musikalischen Familie

Kopf einer musikalischen Familie

Dass man von der Region Trier aus überregional keine Karriere starten kann, gilt als ausgemacht. Dabei gibt es ein überzeugendes Gegenbeispiel: Thomas Schwab hat sich bundesweit etabliert - vom Moselort Mülheim aus.

Trier/Mülheim. Man könnte im Zusammenhang mit Thomas Schwab durchaus von einem Wunderkind reden. Klavier- und Schlagzeugunterricht mit fünf, die erste Band mit acht, Musikstudium mit 16, das erste Musical "Flori" mit 19, die eigene Produktionsgesellschaft "Santana" mit 20. Wo andere anfangen, an eine Musiker-Karriere zu denken, blickte Schwab schon auf mehr als 60 Flori-Vorstellungen mit fast 100 000 Besuchern zurück.
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Jetzt, mit 38, verzeichnet sein Online-Shop 16 CD\'s und DVD\'s. Seine großen Tour-Programme wie "Christmas Moments" gehören zu den erfolgreichsten in Deutschland. Neuster Coup: Das Familienmusical "Yakari", das er getextet und komponiert hat. Der Start im Frühjahr war derart erfolgreich, dass im Herbst weitere 24 Gastspiele in großen Hallen gebucht sind - und im Mai 2014 folgen noch einmal 20. Anders als bei seinen bisherigen Bühnenprogrammen ist er bei "Yakari" nicht auf der ganzen Tour dabei. "Es ist gar nicht einfach, sein Kind loszulassen", bekennt er.
Aber zeitlich hat er gar keine andere Möglichkeit. Zurzeit muss er sich vierteilen, zwischen den Proben für Yakari, der Vorbereitung von Christmas Moments, den Promo-Auftritten in ganz Deutschland und der unvermeidlichen Büro-Arbeit daheim in Mülheim. Und schließlich ist er auch noch Komponist - ohne Raum für Kreativität geht es nicht. Auch wenn er von sich sagt, dass er "den Druck von Deadlines" brauche.
Da macht es manches leichter, wenn ein Familienmensch wie Thomas Schwab (mit Ehefrau Michaela hat er zwei Kinder) auch beruflich in, wie er es nennt, "familiär gestrickten Strukturen" arbeitet. Was er auf seiner Homepage augenzwinkernd als "Schwab-Clan" ankündigt, sind Musiker, mit denen er oft seit mehr als einem Jahrzehnt zusammenarbeitet. Namen wie Meike Anlauff, Simone Clemens, Oliver Rohles oder Guido Illigen sind eng mit den Schwab-Projekten verbunden. Bestandteil des "Clans" sind aber auch die zehn Mitarbeiter, die im Office der Santana-Produktionsfirma den Laden schmeißen.
Zu Thomas Schwabs sympathischer Philosophie gehört das Engagement für soziale Projekte. Vor allem für die Trierer "Nestwärme", mit der ihn nach eigenem Bekenntnis eine Art "Wertegemeinschaft" verbindet. Großes Aufhebens macht der Musiker darum nicht. Es sei, sagt er, "selbstverständlich, dass jemand, der viele Menschen erreicht, das auch nutzt, um anderen zu helfen".
Thomas Schwab und Meike Anlauff interpretieren bei der Arena-Night of Music "In diesem Moment" von Roger Cicero. DiL