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Krimi-Gaudi mit Allgäuer Rampensäuen

Krimi-Gaudi mit Allgäuer Rampensäuen

Ihre Allgäu-Krimis mit dem kauzig-komischen Kommissar Kluftinger sind legendär: Das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr besucht am 25. September im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals Prüm.

Prüm. (sn) Eine klassische Lesung wird es mit ihnen nicht geben, sagen Volker Klüpfel und Michael Kobr. Stattdessen bieten sie eine Mischung aus Krimi und Humor. Vor ihrem Auftritt am Samstag, 25. September, standen sie dem TV Rede und Antwort. Das Interview führte unsere Redakteurin Stefanie Glandien.

Elke Heidenreich und Bernd Schroeder haben zusammen den Roman "Alte Liebe" geschrieben. Sie in der Rolle der Lore, er in der Rolle des Harry. Jeder schrieb abwechselnd ein Kapitel. Wie darf man sich Ihre Zusammenarbeit vorstellen?

Klüpfel: Schwer zu beantworten, nachdem Sie bereits eine Analogie zu einem ehemaligen Pärchen hergestellt haben. Wer ist die Frau, wer der Mann - ich meine bei uns. Alles sehr kompliziert

Kobr: Nein, im Ernst: Wir legen nicht allzu viel Wert auf traute Zweisamkeit, deswegen sprechen wir zwar zusammen die Geschichte durch, dann aber wird aufgeteilt in Kapitel, von denen dann jeder die Hälfte schreibt. Bei sich zu Hause. Und dann wird gegenseitig korrigiert. Schonungslos.

Wie entstand die Idee, zusammen ein Buch zu schreiben?

Klüpfel: Aus einer Laune und während einer langen Autofahrt von der Expo 2000 in Hannover zurück ins sehr weit entfernte Allgäu.

Kobr: Da kommt man schon mal auf blöde Ideen.

Jacques Berndorf hat mit seinen Eifel-Krimis Furore gemacht, Sie erklimmen mit Ihren Allgäu-Krimis regelmäßig die Bestsellerlisten - finden Sie den Begriff Regionalkrimi eigentlich abwertend?

Klüpfel: Ja. Weil er in der Regel so gebraucht wird.

Sie sind ja quasi Nebenberufs-Schriftsteller. Wie reagieren denn Ihre Schüler und Kollegen auf Ihren Zweit-Beruf?

Kobr: Mittlerweile sind wir beide beurlaubt. Was die Schüler angeht: Die wollten immer Referate über meine Bücher halten. Aber ich habe ihnen dann gesagt, dass sie die Autorenintention eh nicht treffen würden

Wer hat denn nun das letzte Wort von Ihnen beiden?

Klüpfel: Immer der, der gerade am besten bei Stimme ist.

Der Schauspieler Herbert Knaup soll die Rolle des Kommissars Kluftinger im neuen Allgäu-Tatort übernehmen. Mit Kluftinger verbinden aber viele Leser einen etwas dicklichen, behäbigen und kauzigen Kriminalbeamten. Wird Knaup dieser Figur gerecht?

Kobr: Nun, Herbert Knaup hat ja in unserem ersten Film - Erntedank unter der Regie von Rainer Kaufmann - bereits den Kluftinger gespielt - und diese Figur voll ausgefüllt, in allen Belangen. Er ist einer der besten deutschen Schauspieler und obendrein ein waschechter Allgäuer. Das macht einen fehlenden Bauch allemal wett. Und die beiden anderen Attribute, die Sie nennen, wurden im Film voll getroffen. Natürlich haben auch zahlreiche Leser Probleme mit dem Filmkluftinger. Ich denke aber, neben Knaup können die originalen Kopfkluftis der Leute gut weiterleben. Und das ist uns am wichtigsten.

Worauf dürfen wir uns beim Eifel-Literatur-Festival in Prüm freuen? Sie selbst bezeichnen sich ja als Rampensäue?

Kobr: Es wird keine "klassische Lesung" werden, man muss weder hüsteln noch ernst schauen. Vielmehr wird es eine Mischung aus Krimi und Humor, aus Literatur und Comedy, bei der die heiteren Töne sicher im Vordergrund stehen. Weil wir ja Rampensäue sind. Zumindest einer von uns beiden. Ach ja, und man kann viel über das Allgäu lernen. Wenn man das will, jedenfalls.

Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets. Infos unter www.eifel-literatur-festival.de