Krimifestival "Tatort Eifel" geht in die zehnte Runde

Filmkunst : Der Preis geht an das gesamte Team

Das Festival „Tatort Eifel“ geht in die zehnte Runde, und auch der Filmpreis „Roland“ wird wieder verliehen.

Mord, Totschlag und ein Prise Meuchelei – mehr braucht es nicht, um Hunderttausende Leser- und Zuschauerherzen höher schlagen zu lassen. Ob auf Papier oder dem Bildschirm, ob geschrieben oder gefilmt, das Krimigenre ist nicht kleinzukriegen, und es hat nicht erst seit dem ersten „Tatort-Eifel“-Festival eine unbestrittene Heimat. Das alle zwei Jahre vom Vulkaneifelkreis und dem Land Rheinland-Pfalz ausgerichtete Branchen- und Publikumsfestival geht vom 13 bis 21. September in seine zehnte Runde. Im Hillesheimer Krimihotel haben die Veranstalter das Programm und auch den neuen Träger des Roland-Filmpreises vorgestellt.

„Es ist aufgrund der Menge an Material definitiv nicht einfacher geworden, einen Preisträger zu bestimmen. Wir hatten sehr viel anzuschauen und zu diskutieren und haben uns dann aber am Ende auf einen Preisträger geeinigt. Der „Roland“ geht an das gesamte Team der Reihe Polizeiruf 110 – Rostock“, sagt Jürgen Hardeck, Jury-Mitglied sowie Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter des Kultursommers Rheinland-Pfalz.

In 19 Folgen habe die Reihe Tradition und Innovation vorbildlich miteinander verknüpft, sagt Hardeck. Ebenso überzeuge „die ambivalente und wahrhaftige Charakterzeichnung“ und „die unglaubliche Spannung“ zwischen den Ermittlern Bukow und König, gespielt von Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau. Die Auszeichnung ehre, das betont Hardecke, nicht nur die Schauspieler, sondern das gesamte Team der Produktionen.

„Aber natürlich ist der ,Roland’ nur einer von vielen Höhepunkten von ,Tatort Eifel’“, sagt Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann. Zusammen mit Michael Preute, alias Jacques Berndorf, gab Hoffmann nach einem Treffen deutschsprachiger Krimiautoren 1999 den Anstoß, das Festival zu gründen. „Das ist nun 20 Jahre her, das Festival selber findet zum zehnten Mal statt, Berndorfs Krimi ,Eifel-Blues’, der im Grunde alles in Bewegung setzte, erschien vor 30 Jahren. Und auch der erste ,Tatort’ mit Ulrike Folkerts, die auch bei uns vorbeischauen wird, erschien vor 30 Jahren. Wir haben also einige Jubiläen zu feiern“, sagt Hoffmann.

Während das eigentliche Festival wie bereits zur Premiere 2002  weiter von einem Team der Kreisverwaltung organisiert wird, kümmert sich eine Gruppe von Fachleuten um die Branchentagung. „Es war sehr schnell klar, dass die Verwaltung dieses Branchentreffen nicht auf die Beine stellen kann und sich einfach übernehmen würde“, sagt Hoffmann. Seit 2009 kümmert sich die Produzentin Julia Röskau um das Fachprogramm, bei dem sich parallel zum Krimifestival Branchengrößen und Nachwuchstalente im Forum Daun treffen.

„Nicht nur das Festival ist einzigartig in Form und Erfolg, auch das Fachprogramm ist einmalig“, sagt Hoffmann. Wie das Krimifestival selber sei es ungebrochen beliebt. „Ich fragte mal einen Nachwuchsautoren, warum es ihn nach Daun zieht?“, sagt der Festivalleiter. Die Antwort des jungen Mannes sei erstaunlich gewesen: „Er sagte, dass anders als bei Veranstaltungen in Berlin die wichtigen Leute ihm abends in Daun nicht weglaufen können. Nirgends habe er so gute Chancen, mit Redaktionen in Kontakt zu kommen, wie in Daun.“

Und das Festival selber? „Das ist so vielseitig und spannend, wie es unsere Besucher gewöhnt sind“, sagt Pressesprecherin Verena Bernardy. „Mehr als einen kleinen Überblick können wir hier kaum geben“, sagt sie. So werde das Programm zum Beispiel von Klaus Doldinger und seiner Band Passport eröffnet. Schon zweimal sei Doldinger, er komponierte unter anderem die ,Tatort’-Melodie, zu Gast gewesen. „Am 13. September wird er das Jubiläumsprogramm im Forum Daun eröffnen“, sagt sie. Danach werden sich eine Woche lang die Größen und auch die Newcomer der Krimiszene in der Vulkaneifel die Festival-Türklinken in die Hand geben.

So präsentiert zum Beispiel die Schauspielerin Christine Urspruch, Schauspielerin der Münsteraner ,Tatort’-Pathologin Silke Haller, Texte von Agatha Christie, stellt der Bestsellerautor Arno Strobel seinen neuen Psychothriller exklusiv noch vor der Veröffentlichung vor, und auch Elisabeth Hermann ist mit ihrem neusten Roman mit dabei (ein weiterer Bericht folgt).

Weitere Informationen zum Programm, zu den Nachwuchswettbewerben und zum Roland gibt es auf www.tatort-eifel.de

Mehr von Volksfreund