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Krippenausstellung im Museum am Dom in Trier

Ausstellung : Esel, Stroh und Jesuskind

Bis Ende Januar zeigt das Museum am Dom eine Krippenausstellung.

Zur Weihnachtszeit gehört im Trierer Dommuseum seit vielen Jahren die Krippenausstellung. Eine internationale  Vielfalt kulturell wie regional unterschiedlich geprägter  Darstellungsweisen der biblischen Weihnachtsgeschichte hat das Haus seitdem gezeigt.

In diesem Jahr  widmet sich das Museum in einer sehr schönen Ausstellung der Krippenkunst des Grödnertals in Südtirol, einer Gegend, in der die Schnitzkunst seit Jahrhunderten gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die bildliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte geht bereits bis ins frühe Christentum zurück.

Als erste Weihnachtskrippe, wie sie heute geläufig ist,  gilt die im Zuge der Gegenreformation von Prager Jesuiten aufgestellte Krippe im 16. Jahrhundert. Zunächst wurden die  Weihnachtskrippen nur in Kirchen und öffentlichen Gebäuden ausgestellt,  bevor sie in die bürgerlichen Häuser und ihre Weihnachtszimmer einzogen. Es entstand eine Vielzahl regionaler-und zeittypischer Krippenstile und Ausprägungen.  Auch unter den Holzschnitzern des Grödnertals hat die Gestaltung von Krippen eine  Jahrhunderte lange Tradition, die bis heute  lebendig geblieben ist. Wie alle Kunst hat sich auch die Krippenkunst im Laufe der Jahrhunderte in Ausdruck, Stilmitteln und Formensprache zeitgeistig verändert. Zeitgenössische Bildsprachen wie die Abstraktion haben auch  Einfluss auf die Krippengestaltung genommen. Die Ausstellung im Dommuseum gibt an reizvollen Beispielen Einblick in den bildkünstlerischen Wandel in der Darstellung der Weihnachtsgeschichte im Südtiroler Tal. Von  aufwendiger Illustration bis zur Beschränkung auf wenige Zeichen reichen die Darstellungen.

Neben Weihnachtskrippen zeitgenössischer Schnitzer und Künstler aus St.Ulrich/Gröden sind Leihgaben historischer Krippen aus dem Museum Gherdëina zu sehen. Einmal mehr beeindrucken gerade die historischen Krippen durch ihre dynamischen, empathischen  Darstellungen und pittoresken Szenarien der Geburt Jesu.

Zu den eindrucksvollsten Ausstellungsstücken gehört die Darstellung des neugeborenen Kindes unter einer Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert. Eine der prächtigsten Exponate ist eine Weihnachtskrippe im orientalisch-neapolitanischen Stil. Einblick  in die schnitzkünstlerische Arbeit im Grödnertal gibt zudem eine historische Schnitzerwerkstatt.

Die Schau ist zu sehen bis zum 26. Januar, Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 13 bis 17 Uhr. Geschlossen am: 24., 25., 26. sowie 31. Dezember und am  1. Januar 2020. Mehr Infos unter www.bistum-trier.de/museum