Kritik: Kammermusikalischer Abend im Kloster MACHERN

Kritik: Kammermusikalischer Abend im Kloster MACHERN

Alle drei sind sie noch jung und jeder für sich ist ein Musiker, der auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist. Ob Berlin, Tokio oder New York, die Namen der Geigerin Arabella Steinbacher, des Cellisten Daniel Müller-Schott und des Harfenisten Xavier de Maistre sind bekannt.

Jeder für sich schafft es mühelos, das Publikum zu verzaubern und sich in die Herzen der Zuhörer zu spielen. Beim Mosel Musikfestival kamen sie nun alle drei gemeinsam ins Kloster Machern in Bernkastel-Wehlen. Und sorgten vor nahezu ausverkauftem Haus am Ende eines langen Konzertabends für jubelnden Applaus. Vorher aber hatten sie teilweise für atemlose Stille gesorgt. Zu filigran war an vielen Stellen die Musik, die das Trio mitgebracht hatte. Da gab es "Papillon", Opus 77, von Gabriel Fauré, bei dem Müller-Schott und de Maistre tatsächlich einen wundervollen Schmetterling durch den Festsaal des Klosters fliegen ließen. Elegant und verspielt, flüchtig und doch so präsent. Da gab es das Harfentrio von Jacques Ibert. Vielfach geheimnisvoll, manchmal fast verwunschen, dann aber auch wieder kraftvoll, vorwärtsstrebend. Am Ende stand das Trio der 1956 verstorbenen Harfenistin Henriette Renié auf dem Programm, fast wie eine Zusammenfassung all dessen, was man vorher schon erleben konnte. Starker musikalischer Ausdruck, Dramatik, Sensibilität, gepaart mit unantastbarer Beherrschung der Instrumente durch Musiker, deren Können als einzigartig bezeichnet werden muss. Wie bei einem Diamanten, in dem sich das Licht bricht, so schier unendlich war die Bandbreite der Klangfarben, mit denen das Trio agieren konnte. Ein Höhepunkt beim diesjährigen Festival. Gerhard W. Kluth