Kritische Weihnachtsfragen von Katja Ebstein in Ettelbrück

Kritische Weihnachtsfragen von Katja Ebstein in Ettelbrück

Ist Weihnachten das Fest der Liebe? Oder ist Weihnachten das Fest des Kommerz, das längst nichts mehr mit der Weihnachtsgeschichte zu tun hat? Fragen, die Katja Ebstein im Kulturzentrum Ettelbrück gestellt hat.

Ettelbrück. (gkl) Da mochte manch einem, der sich auf einen heiteren und besinnlichen Abend mit Katja Ebstein gefreut hatte, das Lachen im Halse stecken geblieben sein. Kein Schlagerabend, den sie da zusammen mit dem Pianisten Martin Gärtner veranstaltete. Das war alles politisch, religiös und vor allem - es war glaubwürdig. Ein kritischer Abend über die Welt und die Gesellschaft, aufgehängt an der Weihnachtsgeschichte, überschrieben mit "Es fällt ein Stein herunter". Katja Ebstein machte nicht auf heile Welt. Mit "Morgen Kinder wird's nichts geben", dem "Trommlermann" oder dem "Lied der Taube" hinterfragte sie musikalisch, wie ernst es uns eigentlich mit der Weihnacht ist.

Dazwischen gab es immer wieder Gedichte und Geschichten zum Thema wie etwa die "Ratschläge für Seltengänger", bei denen Robert Gernhardt all denen Verhaltenstipps gibt, die sich nur zur Weihnacht in eine Kirche verirren. Selbst bei Geschichten von Loriot ("Marzipankartoffel" und "Zimtsterne") oder von Hanns Dieter Hüsch, der sich über das Familienfest Weihnachten auslässt, wurde die Komik, die vordergründig sichtbar war, von Ebstein blitzschnell weggefegt und der ernste Hintergrund freigelegt.

Und dann wurde der Abend auch noch politisch. "Wir müssen etwas ändern, wir müssen etwas tun!", rief Ebstein ihrem Publikum zu und forderte zum zivilen Ungehorsam auf. Mit Blick auf all jene, die immer nach dem Staat rufen, sagte sie: "Wir sind der Staat und die (Regierenden) sind unsere Angestellten. Wenn wir nichts tun, wer soll es machen?" Die Botschaft kam an, der Applaus zeigte es. Drei Zugaben musste sie geben. Am Ende stand: "Sag mir, wo die Blumen sind?"