Kulturwoche Mach dir schöne Stunden – für fünf Euro

Das 9-Euro-Ticket ist Geschichte. Jetzt gibt es das 5-Euro-Ticket. Das bedeutet leider nicht, dass Eisenbahnfahren noch billiger wird. Die gute Nachricht allerdings: Der Kinobesuch wird günstiger. Wenigstens an diesem Wochenende.

Hunderte Kinos planen nämlich ein Aktionswochenende. Damit will die Branche auch die Leute überzeugen, die schon lange nicht mehr vor dem Popcorntresen und der Leinwand standen. Besucherinnen und Besucher bezahlen am 10. und 11. September jeweils fünf Euro pro Vorführung. Das sogenannte Kinofest soll künftig jährlich stattfinden.

„Wir wollen einfach mal zeigen, was Kino alles kann. Und zwar in jeglicher Form“, sagte Verbandschefin Christine Berg vom HDF Kino. Neben den günstigeren Eintrittspreisen hätten sich die beteiligten Kinos ein besonderes Programm einfallen lassen. Das könne beispielsweise eine Weinprobe zum Film sein. Manche zeigten auch alte Klassiker auf der Leinwand. Ähnliche Kinofeste gebe es bereits in Frankreich, der Schweiz und in Spanien. Die Kinobranche erhofft sich davon auch einen Werbeeffekt. Es sei ein Angebot, auch mal wieder vorbeizukommen, wenn man lange nicht mehr im Kino gewesen sei, sagte Berg. Zuletzt fanden zwar wieder mehr Menschen den Weg ins Kino, im ersten Halbjahr wurden aber noch immer ein Drittel Tickets weniger verkauft als vor Pandemiebeginn. Das bundesweite Kinofest findet erstmals statt. In Trier macht übrigens das Cinemaxx bei der Aktion mit.


Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat die Bedeutung von Kultur gerade auch in Krisenzeiten betont. „Kultur ist die Grundlage unseres Zusammenlebens“, sagte die Grünen-Politikerin während der Haushaltsdebatte im Bundestag. Auch in Deutschland müsse die Kultur wegen der Auswirkungen von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Energiekrise unterstützt werden. „Wir wollen und wir werden die Kultur bei uns fördern und erhalten, eben weil sie essenziell ist für ein gelingendes Zusammenleben”, sagte Roth. „Wir wollen sie so nach und zwischen den Krisen fördern und erhalten.” Im kommenden Winter müssten wegen massiv gestiegener Energiepreise öffentliche wie private Kultureinrichtungen mit einer Milliarde Euro unterstützt werden. „Wir wollen keinen weiteren Winter vor geschlossenen Kino- und Theatertüren sehen, auf Konzerte und Lesungen verzichten”, sagte Roth. „Wir haben nicht nur Erwartungen an die Betreiber von Kinos, an Theater oder an Opernhäuser formuliert, sondern wir werden sie auch schützen und wir werden sie unterstützen.” Das sind schöne Worte, denen hoffentlich konkrete Taten folgen werden.


Hätten wir beispielsweise Iris Berben als Kulturstaatsministerin, könnte das durchaus  passieren. Aber aus der Schauspielerin wäre nach ihrer eigener Einschätzung keine gute Politikerin geworden. „In der Politik ist so viel Kompromiss, was ja auch richtig ist. Ich bin aber von meiner Natur her kompromisslos”, gestand die 72-Jährige in einem Zeitungsinterview. „Ich würde nach der ersten Debatte gleich rausfliegen, weil ich meine Klappe nicht halten kann.” Immerhin steht ihr Lebensbund, parteipolitisch betrachtet, felsenfest: Als Wählerin bleibe sie der SPD treu: „In guten wie in schlechten Zeiten. Das sage ich, nachdem ich es in einer Ehe nicht sagen kann.” Was sich auch insofern leichter sagen lässt, als man mit der SPD Tisch und Bett nicht teilen muss. no/dpa

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