Kunstgeschichte(n)

Papas ganzer Stolz ist die Modelleisenbahn im Keller. Eigentlich gehört die Bahn Lukas, aber weil Lukas erst sieben Jahre alt ist, braucht er noch Hilfe - sagt Papa.

Gerade montiert Papa die Eisenbahnbrücke aus Metall, die er am Samstag gekauft hat. Schließlich fahren Züge immer mal über Flüsse. Und dann brauchen sie eine Brücke. Die Seitenteile der Brücke sehen aus wie Metallgitter. Lukas erinnert sich, dass er schon einmal in Bullay und in Mainz über so eine tolle Brücke gefahren ist. Eisenbahnbrücken aus Eisen und Stahl sind wirklich besonders schön. Sie zu bauen ist eine große Kunst. Sie werden so ähnlich zusammengesetzt wie die Teile eines Metallbaukastens. Dabei reicht es nicht, dass die Brücke am Ende schön aussieht. Die einzelnen Teile müssen so zusammengefügt und geformt sein, dass sie das Gewicht und die Geschwindigkeit der Züge, die über sie fahren, aushalten und den Druck nach unten und zur Seite ableiten. Dazu brauchte man große Träger, Stützen, Leisten und Bögen. Außerdem musste man Möglichkeiten entwickeln, die Teile stabil aneinander zu befestigen. Die erste Eisenbahnbrücke aus Eisen wurde vor fast 200 Jahren in England gebaut. Große Täler zu überbrücken, weite Bögen über riesige Flüsse zu spannen, oder ganz lange Teile herzustellen, war allerdings mit normalem Eisen nicht möglich. Dazu benötigte man biegsamen Stahl, den man weit auseinander ziehen und gut biegen kann. Zum ersten Mal wurden solche Stahlbrücken vor 130 Jahren in Amerika gebaut. In Deutschland waren Gitterbrücken aus Stahl besonders beliebt. Hier in der Gegend gibt es übrigens einige sehr schöne Eisenbahnbrücken zum Beispiel in Konz und natürlich in Bullay. Die Brücke in Bullay ist etwas ganz besonderes. Es ist eine doppelstöckige Brücke, auf der unten Autos und oben Züge fahren können. Eva-Maria Reuther

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