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Kunstprojekt „Hysteries oft the Macabre“ setzen Künstler sich mit Ligeti auseinander

Kunstprojekt : Kunst gegen die Hysterie

Mit „Hysteries of the Macabre“ wagen sechs bekannte Künstler eine avantgardistische Interpretation von Motiven des Komponisten György Ligeti. Am Samstag geben sie in Trier einen kurzen Vorgeschmack auf die für Januar 2021 geplante Uraufführung.

Wenn sich sechs in der Trierer Szene wohlbekannte Künstler gattungsübergreifend zusammentun und in Zeiten einer Pandemie eine Zukunftsvision kreieren, verspricht das Aufmerksamkeit und ist in diesem Fall vor allem eines: Avantgarde. Die Sopranistinnen Frauke Burg und Eva-Maria Amann, der Solo-Trompeter der Luxemburger Philharmonie Adam Rixer, der Pianist Malte Kühn, der Bildende Künstler Bodo Korsig und der Bariton und Multimedia-Artist Bonko Karadjov haben gemeinsam die Idee entwickelt. Korsig, der gerade in der Europäischen Kunstakademie (EKA) in seiner Ausstellung „Escape“ dreidimensionale Objekte von mikrobiologischen Motiven zeigt, stellt dort damit quasi den Rahmen, die Bühne, zur Verfügung, spielt aber mit großer Freude auch selbst mit. Karadjov sorgt mit modernster Computertechnik für die audiovisuellen Effekte, Projektionen und Animationen.

Musikalischer Spiritus Rector ist der Visionär der neuen Musik, György Ligeti (1923-2006) mit seinem Stück „Mysteries of the Macabre“ das die Künstler in „Hysteries of the Macabre“ verfremdet haben. Darum geht es nämlich, um Hysterie, die neben Schizophrenie, Zwanghaftigkeit und Depression eine der vier Neurosenstrukturen bei Sigmund Freud, dem Begründer der Psychonalayse, ist. In einer dystopisch-pessimistischen Zukunft sind in einem angenommenen totalitären Kontext die Künste abgeschafft, wie alles, was nicht „systemrelevant“ ist.

Dagegen setzen die Künstler ihren Therapieansatz, die Menschen mittels Musik, Tanz und Literatur von ihrer Panik zu heilen. Ligeti bietet den Soundtrack, Goethe den mephistophelischen Sprachstil und die Bildende Kunst den Rahmen. Dazu kreieren Korsig und Karadjov sowohl real als auch animiert einen großen Kubus, eine Art mit Gaze verkleideten Käfig als Spielort in der EKA. Für Januar 2021 ist die Uraufführung geplant, in den kurzen, nur 15-minütigen Performances an diesem Samstag wird sozusagen die Vorgeschichte erzählt. „Uns geht es darum zu zeigen, wie ein System auf die Menschen gestülpt wird, anstatt das System nach den Bedürfnissen der Menschen zu konstruieren“, erklärt Bonko Karadjov. Mitveranstalter ist die Tufa Trier.

Die Termine: Performances „Hysteries of the Macabre“ am Samstag, 27. Juni, jeweils um 17.30, 18.30 und 19.30 Uhr in der Europäischen Kunstakademie, Aachener Straße. Der Eintritt ist frei. Um die Corona-Vorgaben zu erfüllen, ist eine Anmeldung der Teilnehmer erforderlich unter der Mail-Adresse: info@eka-trier.de