Kunstvoll Grenzen zerfließen lassen

ECHTERNACH. Atelier, Museum und Exponat zugleich: der deutsch-luxemburgische Naturpark wird im Kulturjahr 2007 zum Erlebnisraum für Land Art. Das Kunstprojekt "2007 Fluxus" findet im Rahmen der Aktionen der Europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg 2007 statt.

An einen Fisch darf man sich erinnert fühlen oder auch an ein Boot - eigentlich woran man möchte, denn das im Echternacher See entstandene Kunstwerk ist eine "soziale Plastik". Jeder solle seine eigene Thematik in die Betrachtung einbeziehen, sagt der luxemburgische Künstler Nikko. Zusammen mit Harry Fröhlich hat er im trüben Wasser des Echternacher Sees bereits eine Kostprobe von Landart, Landschaftskunst, geschaffen - als Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Jahren auf die Grenzregion zwischen Deutschland und Luxemburg zukommen wird. Der deutsch-luxemburgische Naturpark wird Atelier, Museum und Exponat zugleich: für filigrane, skulpturale und monumentale Landart - für Kunst in der Natur mit der Natur. 2007 wird Luxemburg Kulturhauptstadt Europas. Zahlreiche Künstler haben sich mit ihren Projekten für "Luxplus 2007" beworben - im Falle der Künstlergruppe um Harry Fröhlich mit Erfolg.Projekt will Impulse geben

Ihr groß angelegtes Projekt, dessen Kuratorium Jean-Marie Weber übernimmt, verfügt über ein Gesamtbudget von 144 000 Euro. Es ist für den europäischen Kunstpreis 2008 nominiert. "Unsere Region ist landschaftlich eine der schönsten in der Republik", sagt Fröhlich. Touristisch sei sie jedoch noch zu entwickeln. Durch Kultur regionale Identität zu schaffen, der Abwanderung vorzubeugen und wirtschaftliche Impulse zu geben, sind erklärte Ziele des Kunstprojekts. In Anlehnung an eine Kunstrichtung, die Joseph Beuys vertrat, nennt es sich "Fluxus 2007". Den Höhepunkt des Projekts bildet ein vierwöchiges Symposion im Jahr 2007. Thema ist die "Endgrenzung", das Ende der Grenzen. Zwei luxemburgische und zwei deutsche Künstler werden beiderseits der Grenze jeweils zwei Freilichtateliers leiten. Die Ateliers liegen, wie die Irreler Wasserfälle und der Echternacher See, unmittelbar an Wanderwegen des Naturparks. Pro Atelier sollen drei international anerkannte Künstler die Passanten in ihr Schaffen einbeziehen. Die Kunstwerke wiederum sollen als soziale Plastiken mit den Menschen arbeiten, sie umformen und sensibilisieren - "für die Gegend, die Natur und den Umgang mit der Natur", sagt Fröhlich. Projektbegleitend ist geplant, die Teufelsschlucht in Flammen aufgehen zu lassen, die Arena Ernzen zum Schauort eines "Little Woodstock" zu machen und ein Musical im Felsentheater Berdorf klären zu lassen, ob Fred Feuerstein ein Luxemburger war. Eine Schiffschaukel auf der Echternacher Brücke soll, wenn ihre Insassen hin und herpendelnd abwechselnd von In- zu Ausländern werden, die Grenzen verschwimmen lassen. "2007 Fluxus" startet am 31. August mit einem Land Art-Workshop für Kinder und Jugendliche. Das Atelier liegt an den Irreler Wasserfällen. Anmeldung bei Harry Fröhlich, Telefon 0162/4406939.

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