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Kunstwerk der Woche Lilo Schaab Serie Was Künstler in der Pandemie tun

Kunst : „Mir fehlt die zwischenmenschliche Begegnung“

Mir fehlt der Schwung“ antwortet die Künstlerin freimütig auf die Frage, was die Einschränkungen der Pandemie in ihr bewirkt haben. Schwung hat Lilo Schaab in normalen Zeiten jede Menge. Regelmäßig begegnet man in Trier den Arbeiten der Malerin.

Zahlreich sind ihre Aktivitäten und Ausstellungsbeteiligungen, etwa bei den Jahresausstellungen der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst, wo sie langjähriges Mitglied ist. Die humorvolle Künstlerin gehört so selbstverständlich ins Bild der hiesigen Kunstszene, dass man beim Blick in ihre Vita voll Erstaunen liest, sie sei in Sachsen-Anhalt geboren. Über 30 Jahre ist Lilo Schaab als freie Malerin tätig. Seit etwa zehn Jahren arbeitet sie regelmäßig mit einer Seniorengruppe. Die fehle ihr in diesen Zeiten besonders, bedauert die Künstlerin. „Ich vermisse unsere Begegnungen, die Gespräche, die jährliche gemeinsame Kunstfahrt“.

Wie vielerorts muss sich auch für Lilo Schaab derzeit der zwischenmenschliche Austausch weithin aufs Telefon und digitale Medien beschränken. Da kann im Sperrbezirk der coronabedingten Verbote die ungehinderte Kreativität der Atelierarbeit durchaus als Befreiungsschlag wirken. Auch Lilo Schaabs jüngste Bilder sprengen die Fesseln der festen Form und des Rasters. „Ich nenne das meine „wilden Bilder“, sagt die Malerin und lacht. Abstrakte, dynamische Farblandschaften sind die in der Pandemie entstandenen Mischtechniken aus Acryl und Tusche. Schlüssig im Werk, in dem zyklisch freie Form und graphische Strenge abwechseln, stehen die Arbeiten dennoch. „Wenn ich in strengen Strukturen arbeite, räume ich sozusagen in mir auf“, erklärt die Künstlerin. Auch in ihren neuen Bildern bleibt ihr die Farbe als unmittelbare Mittlerin von Eindrücken und Seelenleben das Wichtigste. „Wenn ich vor einem gelungenen farbmächtiges Bild stehe, bin ich glücklich“. Eva-Maria Reuther

Kontakt: lilo-schaab.de