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Kunstwerk der Woche Roland Grundheber aus Trier

Kunstwerk der Woche Roland Grundheber : Durch Lachen zur Erkenntnis

Herumzueiern ist seine Sache nun wirklich nicht. Roland Grundheber ist ein Mann entschiedener Haltungen. Ob es sich um Politik, Kultur, massenmedialen Wahnsinn oder den des ganz normalen Alltags handelt.

Wenn er sagt: „Ich bin ehrlich, ich bin klar, ich bin keinem dienstbar“, klingt das, als ob er seine gesprochene Visitenkarte abgäbe. Mut und Eigenständigkeit sind fraglos Grundvoraussetzungen für die Arbeit eines Karikaturisten, wie auch der Trierer einer ist, will er ernst genommen werden und vor sich selbst geradestehen können.

Karikaturist könne nur werden, wer an ein Leben nach dem Tod glaube, hat mal einer seiner prominenten Kollegen gefrotzelt. Auch dem Trierer macht sein spitzer Stift nicht nur Freunde. Anderes wäre bei einem Mann, der notwendigerweise den Finger in die Wunde legt und dessen Bilder in der Linie gefasste Satire sind, auch schon fast bedenklich. Über mangelnde Fans muss sich der Künstler trotzdem nicht beklagen. Die Gemeinde ist groß, die seiner vergnüglichen gezeichneten Kritik auf Facebook oder Instagram folgt oder sich allwöchentlich als Leser des Trierischen Volksfreunds darüber freut.

Schon immer hätten ihn Grenzüberschreitungen gereizt, erzählt der studierte Gebrauchsgrafiker. Zur Karikatur habe ihn sein kritischer Geist gebracht, der sich mit der Ungerechtigkeit, der Ungleichheit und anderen Verwerfungen dieser Welt nicht abfinden könne. Tatsächlich haben Grundhebers Karikaturen stets etwas Empathisches, manchmal Rührendes, das den Menschenfreund verrät und auch jenen Clown, den der Karikaturist als sein Alter Ego bezeichnet, das tief in seinem Innern beheimatet ist.

„Der Clown in mir ist der Diktator“, sagt der Künstler. Und eben dieser Clown will herrschen und mit Ernst Spaß haben. Und ein Poet ist er auch. Ob Weltmeisterschaft, Weihnachtsrummel, Kirche oder Energiekrise: Alles spießt Grundhebers Stift auf. Es gäbe kein Thema, dass sich nicht für die Karikatur eigne, sagt der Mann mit dem Schalk im Blick. Für Karikaturisten ist wie für die Komödie das Lachen ein Weg zur Erkenntnis. Mit Belehrung oder gar erhobenem Zeigefinger hat Grundheber allerdings nichts im Sinn. Sein spitzer Stift und sein anderer Blick aufs scheinbar Offensichtliche dienen wie alle Kunst lediglich der Bewusstseinserweiterung.

Kunst sind Karikaturen auf jeden Fall und entstehen auch mit deren Mitteln, soll heißen nach Regeln der Kompositionslehre und im Suchen, um die schlüssige Verbindung von Inhalt und Form. Die Karikatur sei für ihn die schwierigste Kunstform sagt Grundheber, da er dabei einzig auf die Linie als Ausdrucksmittel angewiesen sei.

Zurück zum Grenzgänger: Grenzüberschreitungen pflegt der Künstler auch innerhalb der Sparten. Neben seiner Arbeit als Karikaturist ist er Maler, Autor. Kabarettist und Comedian. Demnächst ist in der Tufa wieder seine alljährliche Comedyshow zu sehen, die er gemeinsam mit der Cellistin Angela Simons präsentiert. „Lachgedacht“ heißt die Show. Ein aussichtsreiches Programm: „Die Welt wird sich so entwickeln, dass Lachen gefragt ist“, glaubt Grundheber.
Eva-Maria Reuther

Kontakt: info@roland-grundheber.de und  www.facebook.com/grundheber

Comedyshow „Lachgedacht“ am 10. Dezember um 20 Uhr in der Tufa Trier.