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Kunstwerk der Woche von Liane Deffert

Kunst : Künstlerische Antwort auf karge Zeiten

Kunst aus gefundenen Objekten. Das ist Liane Defferts Antwort auf die Corona-Pandemie. Die Künstlerin aus Wittlich setzt sich mit ihren aktuellen Plastiken mit dem Spannungsverhältnis zwischen Fülle und Leere auseinander.

Als lähmend habe sie die ersten Monate des Lockdowns empfunden, berichtet Liane Deffert. Inzwischen hat die Künstlerin, die auch an einem Wittlicher Gymnasium als Kunsterzieherin arbeitet, glücklicherweise nicht nur die kreative Blockade überwunden, sondern angesichts der pandemischen Einschränkungen sogar eine neue Lust am Experimentieren gewonnen.

Der Freude am „Spielerischen“, der ihre künstlerischen Experimente entstammen, verdankt sich auch ihre neue bildhauerische Serie, in der sie Stahl mit einem keramischen Werkstoff kombiniert. Ihre Materialien dafür findet Deffert unterwegs als „Objets trouvés“, also als zufällige Fundstücke in Baucontainern oder auf Industriebrachen. Mit der Verwendung von Alltags-und Abfallprodukten als Material steht die Künstlerin in der Tradition der „Arte povera“ (der armen Kunst).

Für Liane Deffert ist die Wahl der Mittel allerdings auch so etwas wie ein pandemischer Reflex. „Ich antworte damit auf diese etwas karge Zeit“, erklärt die Künstlerin. Hierzulande ist Deffert, die an der Mainzer Johannes Gutenberg Universität Kunsterziehung studierte und während des Studiums bereits bildhauerisch tätig war, vor allem durch ihre keramischen Arbeiten aufgefallen. Auch ihre aktuelle Serie, die der abstrakten Bildhauerei seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verpflichtet ist, verweisen auf frühere Werkgruppen.

Was die Künstlerin bereits in Wandobjekten thematisierte, setzt sie jetzt im Raum weiter fort. In ihrer neuen Serie an Plastiken reflektiert sie das Spannungsverhältnis von Fülle und Leere, sowie von Linearität und Volumen. Der keramische Anteil schafft dabei die Körperlichkeit und die Masse, die der Plastik Halt gibt, während der Stahl die Form entweder als Umriss markiert oder als Linie Raum greift. Dabei spielt die Künstlerin häufig auch mit Licht und Schatten. Keramische Wellen verweisen in Plastiken wie „Silent Beach“ auf die leeren Strände der Pandemie.
Eva-Maria Reuther

Telefonnummer von Liane Deffert: 06571/9006977.