Kurzfilm-Preis beim Festival „Tatort Eifel“ für Nicole Scherer für "Altitude"

Tatort Eifel Krimi-Festival : Ausgezeichneter Horror in der Höhe

Der Streifen „Altitude“ über eine Horrorgeschichte in den Bergen hat den Kurzfilm-Preis beim Festival „Tatort Eifel“ gewonnen. Nicole Scherer wurde für ihr Werk am Donnerstagabend ausgezeichnet. Das Krimifestival endet heute.

(red) Die Horror-Geschichte „Altitude“ der jungen Regisseurin Nicole Scherer hat am Donnerstagabend beim Krimifestival „Tatort Eifel“ den ersten Preis des insgesamt mit 4500 Euro dotierten Kurzfilm-Wettbewerbs gewonnen. In elf Minuten erzählt der Film von einem Paar auf einer Bergtour unterwegs zu einer Berghütte. Die beiden geraten in dichten Nebel und scheinen in gefährlicher Höhe auf Abwege zu gelangen. Es mehren sich seltsame Ereignisse. Schließlich beginnt ein lebensbedrohlicher Kampf zwischen Realität und Illusion.

„Der Film ist mutig, herausfordernd, überraschend und fesselnd“, heißt es in der Begründung der Jury. „Den Filmemachern gelingt es, durch ein bewusst gestaltetes Gewebe von intensiven Bildern, Tönen, Musik und Darstellung eine große und intelligent gezeichnete Metapher auf die Leinwand zu werfen; Frau und Mann tanzen einen grausigen Reigen mit dem Selbst und dem anderen.“

Zu dem Expertengremium gehörten in diesem Jahr Schauspielerin Ulrike Folkerts, bekannt vor allem aus dem „Tatort“ Ludwigshafen, Katharina Dufner, Redakteurin beim Südwestrundfunk (SWR) und Regisseurin Brigitte M. Bertele, bekannt unter anderem durch „Die vierte Gewalt“, „Grenzgang“, „Nacht vor Augen“. Die Jury wählte aus den eingereichten Kurzfilmen sechs Nominierungen aus, die in Anwesenheit der Filmemacher dem Festival-Publikum von „Tatort Eifel“ gezeigt wurden. Welche drei Nominierten sich über eine Auszeichnung freuen durften, wurde im Anschluss feierlich bekanntgegeben.

Die Erstplatzierte Nicole Scherer studierte Kulturwissenschaften und digitale Medienwissenschaft und besuchte die Kaskeline-Filmakademie in Berlin, wo sie 2014 ihren ersten Kurzfilm drehte. Die zum Filmgespräch anwesenden Hauptdarsteller David Miesmer („M – Eine Stadt sucht einen Mörder“)  und Teresa Bönisch („Tatort“) nahmen den Preis in Daun stellvertretend für das Team entgegen. Der zweite Preis ging  an „Im Häuschen von Herrn van den Brink“ (15 Minuten) von Björn Renner, „Von Wölfen und Menschen“ von Konrad Steuer (neun Minuten) wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Mit dem Kurzfilm-Wettbewerb bringt das Krimifestival „Tatort Eifel“ alle zwei Jahre herausragende, spannungsgeladene Kurzfilme von Nachwuchsregisseuren auf die Leinwand. Gezeigt werden Filme, die den Genres Krimi, Thriller, Mystery und Artverwandtem zugeordnet werden können.

„Während in vergangenen Jahren viele Krimi-Komödien und Genre-Parodien unter den Einreichungen und auch den Preisträgerfilmen zu finden waren, konnten wir uns in diesem Jahr mehrheitlich über mutige Genrefilme im klassischen Sinne freuen – echter Horror, klassisches Polizeidrama etc.“, erläutert die Berliner Dramaturgin Kyra Scheurer, die die Programmsparte Kurzfilm bei „Tatort Eifel“ verantwortet.

„Bemerkenswert war außerdem der Trend, Täterpsychologien und -perspektiven mit großer Ambivalenz zu erzählen, was sich tatsächlich in allen sechs Nominierungen in verschiedenen Ausgestaltungen findet“, so Scheurer weiter. Der Kurzfilmpreis wird gemeinsam mit dem SWR vergeben.

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