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Kurzkritik: Carnaval Baroque

Kurzkritik: Carnaval Baroque

So ähnlich müssen die großen Feste der Gaukler in der Barockzeit gewesen sein: Musik, Pantomime, Akrobatik und Spektakel in einer stimmigen Mischung. Der Carnaval Baroque von Vincent Dumestre und seinem Ensemble Le Poème harmonique mixt aus diesen Zutaten, wie zum Jahreswechsel im Grand Théâtre Luxemburg zu sehen, Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Es geht gelassen zu, ohne hektisches Tempo und grelle Effekte. Das siebenköpfige Barock-Orchester liefert mit seinen Originalklang-Instrumenten einen unaufdringlichen Soundtrack, der perfekt mit den Bewegungsabläufen auf der Bühne koordiniert ist. Die Truppe aus Akrobaten und Komikern wechselt zwischen praller barocker Comedy, Zauberkunststücken und zirkusreifer Artistik. Einen Schuss Oper und Comedia dell'arte bringen die vier wandlungsfähigen Sänger in den Stimmlagen von Bass bis Alt ein. Die Musik stammt von einem breiten Spektrum italienischer Komponisten aus dem 17 Jahrhundert. Ein schöner, entschleunigter Abend. Aber perfekt wäre die Vorstellung an einem lauen Sommertag, Open Air, unter dem Sternenhimmel. Kann ja noch werden. Dieter Lintz