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Kurzkritik: Dobet Gnahoré in der Philharmonie

Kurzkritik: Dobet Gnahoré in der Philharmonie

Eigentlich möchte man gleich zu Beginn aufspringen und tanzen, so mitreißend war die Musik, die am Freitagabend in der Luxemburger Philharmonie präsentiert wurde. Doch diese Klänge wären nichts ohne die beeindruckende Präsenz der Künstlerin, die die afrikanischen Lieder auf der Bühne des ausverkauften Hauses vor 1500 Zuschauern zum Besten gibt.

Wie eine afrikanische Kriegerkönigin zieht Dobet Gnahoré, die Sängerin von der Elfenbeinküste, das Publikum in ihren Bann. Das tut sie vor allem mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die so kraftvoll ist, die aber auch weich und samtig sein kann. Ihre Lieder drehen sich um das Waldsterben, die Frauen dieser Welt oder um die Liebe. Im Gepäck hat Gnahoré ihr aktuelles Album "Djekpa La You" (Kinder der Welt), das sie mit ihrer vierköpfigen Band an Gitarre, Bass und Schlagzeug und Percussions vorstellt. Zu den herkömmlichen Instrumenten kommen verschiedene Klanginstrumente aus Holz, Rasseln oder ein Tonkrug, dem Gnahoré trommelähnliche Töne entlockt. Die Songs sind voller Lebensfreude. Diese Freude an der Musik strahlen auch die Bandmitglieder Colin Laroche de Féline, Clive Govinden, Tchango Amontete (Boris) Kassoung und Sellou Sordet aus. Doch vor allem Dobet Gnahoré selbst. Das i-Tüpfelchen der Performance sind überraschende Tanzeinlagen mit waghalsig kraftvollen Sprüngen und schnellen Schrittkombinationen. Ein herausragendes Konzert mit einer Künstlerin, deren Namen man im Gedächtnis behalten sollte. Mandy Radics