Kurzkritik: Eels im Luxemburger Club "Den Atelier"

Konzert : Wenn der Präsident anruft

Ihr werdet uns nie wieder live sehen, versprochen! Sagt Mark „E“ Everett, Mastermind und einzige Konstante der US-Indierocker Eels. Die drei Kollegen und er verlassen die Bühne im ausverkauften Luxemburger „Atelier“, sorgen für kurze Irritation bei den begeisterten Fans.

Und kehren sogleich für weitere Zugaben zurück. „Der Präsident von Luxemburg hat angerufen. Wir sollen weiterspielen.“ Nun kennt sich „E“ mit den politischen Machthabern in Luxemburg wohl eher weniger aus, macht aber nichts. Die Rückkehr ins Atelier ist ein ziemlicher Triumph, auch wenn es inhaltlich naturgemäß ein paar Überschneidungen gibt zum Eels-Auftritt im vergangenen Jahr beim Siren’s-Call-Festival in der Abtei Neumünster. Im Atelier haben die Amerikaner noch mehr Spielzeit – und das ist gut so. Denn der Beginn des Programms ist damals wie jetzt nur so lala. Es ist wohl typischer Eels-Humor, dass eine Band, die seit 1996 zwölf Studioalben veröffentlicht hat (und darunter einige großartige), mit drei Coversongs in Folge beginnt. Aber dann wird’s immer runder: Eels haben aktuell Spaß am Rock’n’Roll, da bekommt ein Klassiker wie „I Like Birds“ schon mal mehr Ecken und Tempo verpasst. Auch „Novocaine for the Soul“ erinnert nur noch am Rande an das Original – aber das macht „E“ und die Kollegen aus: Jeder Song hat sein Gestern und Heute. Am Ende bleibt: eine sehr gelungene Zwei-Stunden-Show mit großen Songs und verschrobenem Humor.

Andreas Feichtner

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