Kurzkritik: "Fausts Verdammnis" in Saarbrücken

Kurzkritik: "Fausts Verdammnis" in Saarbrücken

Da in Trier und Luxemburg Opernpremieren derzeit dünn gesät sind, empfiehlt sich ein Blick ins Saarbrücker Staatstheater. Dort zeigt man eine spannende Produktion von Berlioz\' "Fausts Verdammnis".

Der französische Komponist hat Szenen aus Goethes "Faust" mit einer höchst eindrucksvollen, aber selten aufgeführten Musik versehen. In Saarbrücken machen Regisseur Frank Hilbrich und Dirigent Andreas Wolf daraus ein psychologisch tief ausgelotetes Porträt der Titelfigur. Ihr Faust ist ein zutiefst verstörter, von Zwangshandlungen und -vorstellungen geprägter Mensch, dem es nicht gelingt seine Isolierung zu durchbrechen und der am Ende völlig durchdreht. Das ist packend in Szene gesetzt, in bedrückenden Räumen (Bühnenbild: Volker Thiele) mit Spiegelungen, Projektionen und Doppelgängern, die den Niedergang einer gespaltenen Persönlichkeit illustrieren. Das Orchester spielt die Handlung mit, baut große Spannungsbögen auf, kommuniziert mit der Bühne, wo Jevgenij Taruntsov (Faust), Olafur Sigurdarson (Mephisto) und Tereza Andrasi (Margarete) stimmige, musikalisch und darstellerisch überzeugende Rollengestaltungen liefern. Ein Ausflug lohnt sich. Dieter Lintz Vorstellungen: 18., 20., 22., 30. Januar; 14., 17. Februar.