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Kurzkritik: James Blunt in der Rockhal

Luxemburg. Schon der Anfang ist Programm: James Blunt marschiert quer durch die Rockhal, mitten durchs Publikum. Später wird er auf dem Klavier tanzen und kopfüber in die Menge vor der Bühne hüpfen, um sich auf Händen tragen zu lassen. Dieter Lintz

Er ist lockerer geworden mit dem Erfolg, wirkt aber immer noch bemerkenswert authentisch und sympathisch. Keine Überraschung, dass geschätzte zwei Drittel der 5000 Fans aus allen Altersgruppen Frauen sind. Musikalisch stark ist Blunt da, wo er sich entscheidet: für neue Arrangements alter Hits, wie beim rhythmisch raffinierten "Wisemen". Für erstaunlich saftigen Rock wie beim weniger bekannten "Monkey on my shoulder" oder beim neuen "Turn me on". Oder für konsequente Balladen, bei denen er auf den billigen Drum-Bass-Zuckerguss verzichtet, der viele seiner tollen Songs in Kitsch ertränkt. "If time is all I have" und vor allem "Goodbye my lover" werden so leise, bewegende Höhepunkte des Abends. Auch wenn James Blunt sich förmlich dafür entschuldigt ("Das ist garantiert der letzte langsame Titel"). Man hat schon euphorischer gefeierte Konzerte in der Rockhal gesehen, aber Star, Band und Publikum sind an diesem Abend einfach nur gut drauf. Ohne Starkult. Und Blunt hat sichtlich Spaß daran, dass in Luxemburg - anders als bei vielen Konzerten seiner laufenden Tournee - das Publikum nicht schlaff auf irgendwelchen Stühlen hängt, sondern steht. Wie sich das für ein Rock-Konzert halt gehört. Dieter Lintz