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Kurzkritik: Más Shake im Casino in Trier

Kurzkritik: Más Shake im Casino in Trier

"Reißt alles nieder, ich denk an dich, lächele noch einmal": Los Shakers und andere Ableger der Beatles haben in den Sechzigern mit solchen (textlich eher anspruchslosen) Musiktiteln ihre Fans begeistert - allerdings fern vom Swinging London in Südamerika! Jetzt gab es die alten Beat-Schlager erstmals in Trier zu hören - temporeich vorgetragen durch Ärzte-Bassist Rod González und seine Tribute-Band Más Shake. Fazit nach eineinhalb Stunden Retro-Spaß: Die alten Hits wie "Break it all" (Originaltitel) taugen auch 2012 als Ohrwürmer und Chartstürmer.

Dabei bleibt Más Shake dem Original treu, Merkmale der Band sind zwei bis drei E-Gitarren, Schlagzeug, Elektro-Orgelklänge und Beatles-typischer Mehrstimmengesang. Der ist fast durchweg auf Englisch - nur vereinzelt deutet der in Hamburg aufgewachsene González seine südamerikanische Herkunft durch einzelne Passagen auf Spanisch an. Katy del Carmen, Michell Gutiérrez Gómez und Tomás Fuentes komplettieren das Quartett, das seine 100 Zuschauer - zum Tanzen durch die Indie-Pop-Vorgruppe Age of Sound animiert - bestens unterhält. Am Ende gibt es drei Zugaben, zum Schluss hin überraschend härter, so als wollen die modernen Shakers mit dem Konzertfinale die Reise in die Vergangenheit abschließen. Auf der heimischen Musikanlage kann man diese Tour übrigens stilecht mit einer im Internet erhältlichen Vinylscheibe der Band antreten: MP3-Spieler gab es vor 40 Jahren in Uruguay oder Argentinien noch nicht. Miguel Castro www.volksfreund.de/fotos