Kurzkritik: Monty Alexander Trio

Kurzkritik: Monty Alexander Trio

Wenn es Musik gibt, die Eis und Schnee tauen lässt, dann die von Monty Alexander. Heiter und sonnig geht es bei seinem Konzertabend in der Luxemburger Philharmonie zu.

Der 69-jährige Pianist und Melodica-Spieler bringt das karibische Temperament seiner ursprünglichen Heimat Jamaika mit und mischt es mit der souveränen Leichtigkeit eines Musikers, der musikalische Kulturen verschmolzen und damit Weltkarriere gemacht hat. Kongeniale und gleichberechtigte Partner sind Hassan Shakur (Kontrabass) und Frits Landsbergen (Schlagzeug). Die drei servieren eine vital pulsierende Musik-Melange voll rauschhafter Farbigkeit. Satt exotisch und sinnlich wie bei Paul Gauguin kommt sie in Calypso-, Reggae- und Rumba-Rhythmen sowie volkstümlichen karibischen Melodien daher. Pastellfarben heitere Tupfen setzen klassische Fragmente. Und schillernden Metropolen-Glanz steuert Swing in der Tradition eines Duke Ellington oder Frank Sinatra bei. Monty Alexander schöpft aus seiner multikulturellen Prägung als gebürtiger Jamaikaner, klassisch ausgebildeter Klavierschüler und Jazzmusiker in New York. Nachdem seine Familie 1961 in die USA gezogen war, spielte er mit den Großen des amerikanischen Jazz. In verschiedenen Stücken reflektiert er diese Anfangszeit. Besonders berührt der Titel "Hope", in dem er musikalisch verdeutlicht, wie er - um dazuzugehören - zunächst die amerikanischen Swing-, Jazz- und Blues-Traditionen völlig adaptierte und darüber seine kulturelle Herkunft fast vergaß. Heute steht er für den Brückenschlag, und es ist deutlich zu spüren: Egal ob er "Sweet Georgia Brown" oder den Calypso-Song "Banana Boat" interpretiert, es ist Ausdruck ein und desselben Herzschlags. Den 1200 Zuhörern bleibt Freude und gute Laune. Anke Emmerling