KurzkritiK: United Instruments of Lucilin

KurzkritiK: United Instruments of Lucilin

Es war eine freundschaftlich-gelassene Stimmung zum 65. Geburtstag von Alex Müllenbach in der Philharmonie - 300 hoch interessierte Besucher und ein Musiker, der zu den profiliertesten Luxemburger Komponisten gehört. Alexander Müllenbach schreibt eine bildkräftige Musik mit dichten, polyphonen Strukturen einer meist atonalen und doch warmen und klangvollen Harmonik, aber er ist kein Revolutionär.

Im vierteiligen Liederzyklus "Schattenraum", dem Capriccio für Violine allein, im "Gesang des schwarzen Vogels" für Klarinette allein, in der akustisch reizvollen "Floating Music" für Kammermusikensemble und sogar im expressionistisch-zerklüfteten Klavierquintett mit seiner abgrundtiefen Trauer klingt die Tradition mit: Paganini, Messiaen, Beethoven oder der frühe Schönberg. Und ein Stück wie "Darkness" für Bassklarinette, zwei Synthesizer und Schlagzeug beteiligt elektronische Zutaten nur sehr verhalten. Das Concerto für Orgel, Streicher und Pauken freilich, der Länge und der Besetzung nach eins von Müllenbachs ambitioniertesten Werken, ist auch eins seiner konventionellsten. Pierre Nimax jr. und das Orchestre de Chambre unter David Reiland demonstrierten immerhin, dass sich Müllenbach auch auf klingende Repräsentation versteht. Auch die Interpretationen der United Instruments of Lucilin bewegten sich auf hohem, stellenweise auf höchstem Niveau. Besonders eindrucksvoll das "Capriccio" (André Pons-Valdès, Violine) und der "Gesang des schwarzen Vogels" ( Marcel Lallemang, Klarinette). Beim "Schattenraum" freilich überlagerte die Vielstimmigkeit der Bläser stellenweise die Solistin Monique Simon. Was daran kompositorische Absicht und was purer Zufall ist, muss offenbleiben. Martin Möller