Landtag streitet über Karl-Marx-Ausstellung

Landtag streitet über Karl-Marx-Ausstellung

Im Jahr 2018 feiert Trier den 200. Geburtstag von Karl Marx mit einer Ausstellung. Doch deren Konzept steht in der Kritik - auch im Mainzer Landtag.

Der AfD-Abgeordnete Joachim Paul schimpfte, Marx habe "zeitlebens an einer Kriegsmaschine" gebastelt. Es gebe eine Kontinuität zwischen dem Wirken des Philosophen und den Verbrechen mit Todesopfern im 20. Jahrhundert in der Sowjetunion. Die Ausstellung blende die Opfer aus.
Heftigen Widerspruch gab es von den anderen Parteien. Der Trierer SPD-Abgeordnete Sven Teuber warf der AfD vor, ihr ginge es um ein "Wadenbeißen gegen rote Socken" und nicht um Inhalte. Die Ausstellung werde Licht in das Wirken von Marx bringen. "Ich vertraue in diesem Punkt voll auf die Wissenschaftler, die an der Ausstellung beteiligt sind." Der CDU-Abgeordnete Gerd Schreiner nannte Marx einen der "wichtigsten europäischen Denker" und die Ausstellung einen "Anlass, ein Stück deutsche Geschichte zu verstehen". Der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster hatte das Ausstellungskonzept um den weltbekannten Trierer im Landesmuseum und dem Städtischen Museum Simeonstift dagegen scharf kritisiert. Die Veranstalter hatten die Vorwürfe zurückgewiesen und dabei auch auf die Einbindung des Karl-Marx-Hauses verwiesen, das die Wirkungsgeschichte des Philosophen aufgreife. Die Ausstellung soll 5,1 Millionen Euro kosten, die vom Land und der Stadt Trier getragen werden. flor

Mehr von Volksfreund