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Trier: Laura und Frau Luna retten den Stern

Trier : Laura und Frau Luna retten den Stern

Das Kindermusical Lauras Stern wurde in der Europahalle aufgeführt. 350 kleine und große Besucher wurden nicht enttäuscht.

Musik, viel Musik, eine schlüssige Handlung und keine überladene Geschichte, so präsentierte sich das Musical Lauras Stern in Trier. Mit einer Gute-Nacht-Geschichte, die Lauras Mutter ihr vorliest, beginnt die Vorstellung. Marilyne Bäjen als Lauras Mutter kann hier gleich ihre gesanglichen Qualitäten zeigen. Sie singt mit einer sehr angenehmen, klaren Stimme, und sowohl die Intonation als auch das Gefühl stimmen. Die Handlung im Musical hält sich nicht genau an die Buchvorlage, es fehlen beispielsweise ihr Bruder, der Vater und ihre beste Freundin Sophie, wobei Bruder Tommi mit seinem „Beschützmich Hund“ und der Vater mehrmals erwähnt werden. Die Kernelemente der Geschichte, dass der Stern sich bei einem Sternschnuppenschauer verletzt, Laura ihm seinen abgebrochenen Zacken versorgt, sie Freunde werden, der Stern aber Heimweh bekommt und deshalb seine Leuchtkraft verliert, sind da. Eine Hauptrolle hat dabei Teddy, gespielt von Michael Baute, der nachts im Traum immer mit Laura spielt. Er will gerne geknuddelt werden, ist manchmal herrlich albern, beispielsweise beim Luftgitarre spielen, und auch ein wenig eifersüchtig, als Laura mit dem Stern Freundschaft schließt. Dabei liegt ihm das Schauspielern mehr als das Singen. Da war er hier und da, bei einer grundsätzlich guten Leistung, eine kleine Nuance zu hoch oder tief. Sehr überzeugend war auch Stefan Stechmann als Tante Martha, die sich überhaupt nicht in Kinder hineinversetzen kann, laut ist und zu dicke feuchte schmatzende Küsse verteilt. Laura selbst, Svenja Jerg, spielte sehr ausdrucksstark, aber nicht übertrieben, und hatte gleich die Sympathien der kleinen und großen Besucher. Zudem war sie mit Bademantel und ähnlicher Frisur, wie Laura im Original, gut auszumachen. Mit der Fee, Frau Luna, kam märchenhafter Glanz ins Stück und mit Bootes, dem Bärenhüter, Dramatik, denn Teddy hat bei den Sternen Unordnung gemacht, was Bootes nicht gut fand.

Umgesetzt wurde die Geschichte mit dem Bühnenbild und der Lichttechnik sehr anschaulich und glaubhaft. Der Stern war ähnlich wie im Buch und Film gestaltet und die Kinder, die meist zwischen drei und sieben Jahren waren, konnten ihn gut erkennen. Das Zusammenwirken zwischen Lichttechnik und den Schauspielern war sehr gut, gerade wenn der Stern wieder in den Himmel stieg, hat Laura den Stern hochgehoben und die Technik ihn mit Licht durch den Raum schweben lassen. Sehr deutlich wurde auch der Unterschied zwischen Tag und Nacht gemacht. Für die Nacht wurde ein sehr schöner Sternenhimmel ins Bühnenbild integriert, der nachts leuchtete. Am Tag war es deutlich heller. Auch die Spots, wenn Laura mit dem Stern sprach oder sang, waren gut gesetzt und unterstrichen die Handlung, beispielweise wenn Laura den Stern tröstete.

Die Zuschauer wurden selbstverständlich auch mit einbezogen. Sie haben unter anderem beim Starten einer Rakete geholfen, und am Ende klatschten sie beim Sternentanz kräftig mit. Wie es sich für eine Kinderproduktion gehört, hatte sie natürlich auch eine Botschaft. Die lautete: „Jedes Kind hat seinen Stern, der auf es aufpasst, sein Zuhause im Himmel hat und von dort aus für es leuchtet.“