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Lebendig und spritzig - Knabenchor begeistert Zuhörer

Trier. Weihnachten ist das Fest der Traditionen, dazu gehört in Trier auch das Konzert am zweiten Weihnachtstag im Dom. Die Domsingknaben konzertieren vor rund 1100 Besuchern zusammen mit dem Orchester L´arpa festante, Solisten und Domorganist Josef Still an der Orgel.

Trier. Die Dommusik lud am zweiten Weihnachtstag zum nun schon beinahe traditionellen Weihnachtskonzert in den hohen Dom ein. Mit Erfolg, denn gut 1100 Besucher folgten der Einladung, um Antonio Vivaldis "Gloria", das Brandenburgische Konzert Nr. 2 F-Dur und das Weihnachtsoratorium op.12 von Camille Saint-Saens zu hören.
Ausführende waren die Domsingknaben, begleitet wurden sie vom Orchester L´arpa festante und den Solisten Ina Siedlaczek und Siri Karoline Thornhill, beide Sopran, Judith Braun, Alt, Tenor Marc Dostert und Vinzenz Haab, Bassbariton. Die Orgel spielte Domorganist Josef Still. Die Leitung lag in den Händen von Domkapellmeister Thomas Kiefer.
Das Brandenburgische Konzert Nr. 2 F - Dur begeisterte nicht zuletzt durch die glänzend aufgelegten Solisten. Allen voran Paul Bosworth an der Trompete, die Schwierigkeiten der Naturtrompete schienen ihm wenig auszumachen. Gekonnt meisterte er die Tücken des Instrumentes. Weitere Solisten waren Katja Schönwitz an der Blockflöte, Kerstin Kramp (Oboe) und Christoph Hesse (Violine).
Die Interpretation bestach durch barocke, diesseitige Lebensfreude mit einem Hauch Prachtentfaltung. Lebendig und spritzig kam das Bachsche Werk herüber.
Das "Gloria" von Antonio Vivaldi stellte keine großen Anforderungen an die Domsingknaben. Sie zeigten sich unter dem Dirigat von Thomas Kiefer bestens präpariert und meisterten ihren Part souverän. Siri Karoline Thornhill überzeugte mit einer glasklaren Stimme. Judith Brauns warmer und dramatischer Alt war ein Hörgenuss. Ina Siedlaczeks schlanker Sopran entzückte.
Und dann das Hauptwerk des Abends, das Weihnachtsoratorium. Ein wahrhaft weihnachtliches Stück, bei dem auch die große Orgel zum Einsatz kam. Chor, Orchester und Solisten zeigten sich sehr gut auf einander eingestimmt und verschmolzen zu einer großen Einheit.
Kiefer dirigierte sensibel und hielt die Fäden in der Hand. Marc Dostert interpretierte seinen Part mit Schmelz, lyrisch, Vinzenz Haab dagegen viril. Das in vielen Kirchenchören gerne gesungene "Tollite hostias" beschloss das Stück, gekonnt herübergebracht von den Domsingknaben.
Zum Abschluss des Konzerts sangen Besucher und Ausführende gemeinsam das Weihnachtslied "O du fröhliche." Ein glanzvolles Ende eines gelungenen Abends, bei dem mit Beifall nicht gespart wurde. ac