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Leinwandmorde und andere Schieflagen

Leinwandmorde und andere Schieflagen

Nichts ist, wie es vordergründig aussieht. Einmal mehr vermittelt ein Maler in Trier die alte Einsicht, und er tut dies zeitgenössisch und augenzwinkernd.

Trier. Dass Maler in Bildern mitteilen, was sie über Gott und die Welt denken und zudem über die eigene Befindlichkeit darin, ist nicht neu. Nicht alle tun das allerdings mit dem Witz und Humor von Jochen Pankrath.
Gleich eingangs wird das klar. Als Kreidezeichnung, die Krimifreunde sogleich als Umriss eines Mordopfers identifizieren, präsentiert sich der Künstler im Gemälde "Leinwandmord" vor einem blau bezogenen Doppelbett, über dem eine Gebirgslandschaft kalt blaut. Wenn das zumindest künstlerisch kein Mordmotiv ist!
Eigentlich sind die Themen des 1981 im bayerischen Roding geborenen Künstlers, der an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Malerei studierte, die in der Malerei bekannten: Porträt, Landschaft, Stillleben. Die Perspektive macht es, die Verschiebung der Ebenen, die ironische Brechung, die des Künstlers Gemälde spannend macht und die Bildwirklichkeit in der Schwebe hält. Ob es nun die Rückenlage ist (die ins Bild ragenden Birkenstock-beschuhten Füße des Künstlers legen diese Position nahe), die bei Pankrath Tisch und Stühle des bürgerlichen Interieurs in Schieflage bringen, oder die verschobenen Ebenen vor einer ansonsten belanglosen Garagenansicht. Nichts ist hier sicher, alles ist vieldeutig und vielschichtig. Die Wahrnehmung bleibt im Fluss, die Erkenntnis unsicher.
Jedes Bild ist durch andere unterfüttert wie überlagert, signalisieren Pankraths Gemälde. Sich selbst sieht der Maler als Teil dieser Perspektiven- und Bildervielfalt. Aber, wie gesagt, weder bierernst noch erdenschwer tut er das, sondern humorvoll, geistreich und selbstironisch. "Leicht muss man sein", heißt es bekanntlich im "Rosenkavalier". Und das ist Pankrath auch auf eine dennoch ernste und nachdenkliche Art. Weiß doch sowieso jeder: Komik ist ein tiefernstes Geschäft.
Geöffnet bis 15. Dezember dienstags, donnerstags und freitags 11 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr, mittwochs, samstags und feiertags 11 - 13 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 0651/ 46824491 oder www.gb-kunst.de