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Leonardo, der Theaterkater: Zugelaufenes Tier gehört inzwischen fest zum Ensemble in Trier

Leonardo, der Theaterkater: Zugelaufenes Tier gehört inzwischen fest zum Ensemble in Trier

Er ist rot, rundlich, zutraulich und seit kurzem festes Ensemblemitglied: Theaterkater Leonardo hat sogar seine eigene Facebook-Seite. Obwohl inzwischen bekannt ist, wem der Tiger einst gehörte, darf er am Theater bleiben.

Trier. All dieser Trubel geht an Leonardo vorbei. Gelassen kratzt er sich hinterm Ohr, schleckt sich die rote Flanke und beobachtet, was an der Pforte passiert. Vielleicht kommt ja ein Schauspieler, der ihn krault. Oder eine Tänzerin mit Leckerlis.
Während viele seiner Facebook-Freunde das Theater bald verlassen müssen, weil der neue Intendant ihnen gekündigt hat, gehört der neunjährige Kater Leonardo inzwischen fest zur Truppe. Vor etwa vier Jahren war das rote Katzentier dem Theater zugelaufen und entschied zu bleiben. Sabine Dietz, die an der Pforte arbeitet, nahm sich seiner an. Auch an freien Tagen kommt sie, um Leonardo zu füttern. Und ab und an darf er bei ihr im Pförtnerbüro ein Nickerchen halten.
Woher er stammte, wusste sie nicht. Eine Tätowierung am Ohr ließ jedoch darauf schließen, dass das Tier jemandem gehört hatte.
Dann berichtete der Volksfreund über den heimlichen Star des Schauspielhauses. "Daraufhin hat sich die Besitzerin gemeldet", sagt Dietz. Da diese inzwischen zwei kranke Katzen aufgenommen hat, darf Leonardo am Theater bleiben. Die Frau habe ihn dort ja auch in guten Händen gewusst. Und so wurde Leonardo zur Institution. Sogar eine eigene Facebookseite (Leonardo Theaterkatze) hat er inzwischen und darf zu seinen Fans das Who ist Who der Szene zählen. Selbst der Trierer Kulturdezernent ist sein Freund. Einige werden ihn allerdings wohl bald zum letzten Mal kraulen, ehe sie die Stadt verlassen. Leonardo bleibt. Jedenfalls haben weder er noch der neue Intendant anderslautende Pläne verkündet. Und so ist die Chance groß, dass Passanten auch in Zukunft zwischen Rathaus, Astarix und Theater auf einen gemütlichen, roten Tiger stoßen, der nach verschmusten Schauspielern Ausschau hält. kah