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Lesermeinung zum Volksfreund-Artikel "Was für ein Abriss, Treviris"

Meinung : Beste Erinnerungen an die Treviris

Konzerte

Christel Damrow-Carpagne (Trier) über ihre Erinnerungen an den Treviris-Saalbau:

Wir alten Trierer haben oft das Gespräch über frühere Zeiten in Trier. Öfter bedauern viele alteingesessene Menschen, die die „Treviris“ mit ihrem schönen Saalbau mit Stuckmotiven und großer Bühne kannten, dass der Bau platt gemacht worden ist. Es war ein imposanter, schöner Bau, der jedermann beeindruckte.

Im Treviris-Saalbau wurde auch Theater gespielt sowie Konzerte gehalten. Nie habe ich vergessen, als wir mit dem Schüler-Chor von St. Martin in Trier 1952 unter der Leitung von unserem Musiklehrer, dem späteren Prof. Karl Berg, der die Musikschule in Trier gegründet hat, in der Treviris aufgetreten sind. Das Lampenfieber war groß, und wir haben Lieder gesungen wie „Die Gedanken sind frei“, „Wahre Freundschaft“ und noch andere Songs. Wir waren damals 12 Jahre alt. Was ich dann auch voll in Erinnerung habe: Als unser Konzert zu Ende war, haben die Franzosen-Kinder „Peterchens Mondfahrt“ gespielt, allerdings in französischer Sprache. Das war für uns alle ein Erlebnis und man vergisst das nicht. In der Treviris fanden viele Veranstaltungen statt. Einige Jahre später bin ich mit meinen Schwestern auch dort hin tanzen gegangen, besonders an Karneval. Wir als älteres Semester denken oft daran, ob man nicht den Bau fürs Theater hätte retten können.

Ob das wirklich so marode gewesen war wie damals gesagt, daran zweifelt so mancher. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen.Wir denken gerne an unsere alte Zeit, nix für ungut. Ich höre auch andere sagen: „Die Treverer sin cleverer!“

Christel Damrow-Carpagne