Liebe auf Umwegen

(U.M.) Helen Harris ist jung, schön und schlank, und die Karriere läuft prächtig. Als rechte Hand der Chefin einer Modelagentur in Manhattan ist Helen das ideale Single-Fräulein, bis sie nach dem Tod ihrer ältesten Schwester die Vormundschaft über zwei Nichten von fünf und 15 Jahren und einen fetten Neffen zugesprochen bekommt.

Misstrauisch beäugt von Schwester Jenny, einem perfekten Hausmütterchen, sieht sich Helen schon bald ungeahnten Aufgabenfeldern ausgesetzt. Der deutsche Verleihtitel trifft den Nagel auf den Kopf. Denn die jüngste Regiearbeit von Garry Marshall ist nur ganz am Rande eine romantische Komödie. Vielmehr erzählt "Raising Helen" von der Reifeprüfung für den Ernst des Lebens, der sein Recht eben nicht in schicken Modeberufen fordert, sondern in der Bewältigung der klassischen Frauenrollen als Hausfrau und Mutter. Rund ums erstaunlich naiv vorgetragene konservative Geschlechterbild entfaltet sich allerdings ein ganz passabler Film. Garry Marshalls Frauenbild ist altmodisch, sein Blick auf die Welt und ihre Konflikte von gelinder Harmlosigkeit, aber er beherrscht das Handwerk der Inszenierung. Das Wechselbad aus Heiterkeit und Ernst ist präzise über die Spielzeit von immerhin zwei Stunden austariert und hat nicht einen langweiligen Moment zur Folge. (In den Kinos der Region)

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