Lieber Weckmann als Beckmann!

Lieber Weckmann als Beckmann!

F rüher war alles anders. Und manches sogar besser. Etwa der Lebensinhalt. Waren unsere jagenden - und sammelnden - Vorfahren ein ganzes Leben bestens damit beschäftigt, zu fressen ohne gefressen zu werden, ist es in der hochtechnisierten Welt von heute eher der Faktor Zeit, den es totzuschlagen gilt.Die Lösung dieses Luxusproblems hat im Laufe der Jahre die bizarr-sten Gestalten in die unnötigsten Berufe gespült, etwa bei den Schlagerkomponisten oder Comedy-Autoren. Oder - Talkmaster! Die sind das Ende einer unnötigen Informations-Verwertungskette.JBK und Co. beleuchten das Leben von Leuten, die nichts herstellen, saubermachen oder reparieren können und sich eben nur zum Promi eignen. Nun gut, kann man sagen - wer‘s mag! Vom Klatsch geht die Welt nicht unter, und überhaupt wäre das Thema mit einem Achselzucken erledigt, wenn da nicht Beckmann wäre - Reinhold Beckmann!Reinhold Beckmann hat es im Rahmen seines hochdotierten Rentenvertrages mit der ARD zu seiner eigenen Talkshow gebracht. Jeden Montag justiert Reinhold B. die Grenzen seines sowieso schon grenzwertigen Berufsstandes um ein Stück nach unten.Ob er vor der Bild-Klatschtante Katja Kessler zu Kreuze kriecht oder im irrigen Gefühl intellektueller Überlegenheit das Ex-Bohlen-Liebchen Nadja Abdel Farrag verbal injuriert: Reinhold Beckmann präsentiert sich dabei stets blendend unvorbereitet, mit randvoller Eigenliebe und hoffnungsloser Selbstüberschätzung.Warum mir das nicht egal ist? Weil ich diesen Chef-Schrotti des Boulevards ungefragt und vor allem ungewollt durch meine Gebühren finanziere. Traurig, traurig, aber: Was kann ein wehrloser Fernseh-Endverbraucher schon dagegen tun? Abschalten! Die Montagsdemos wiedereinführen - egal, irgendwas eben! Nur nicht einfach hinnehmen. Beckmann ist nämlich nur der Anfang - und zwar der Anfang vom Ende. Wenn wir es zulassen, dass dieser aufgeblasene Schmock auf unsere Kosten die Prinzipien von Fairness und journalistischer Sorgfaltspflicht mit Füßen tritt, wer wird uns dann in Zukunft mit Sendungen dieser Art beehren: Uli Hoeness? Ronald Schill?Ich rufe laut: Lieber Weckmann als Beckmann! jöl/joa

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