Liedermacherwettbewerb der Dieter-Lintz-Stiftung: Reif für den Blues (Fotostrecke)

Liedermacherwettbewerb der Dieter-Lintz-Stiftung: Reif für den Blues (Fotostrecke)

Das Trierer Duo Reif und die stimmgewaltige Sängerin Daniela Schumacher aus Darmstadt sind die Gewinner des ersten Vorentscheids zum Liedermacherwettbewerb „Sing a Song“ der Dieter-Lintz-Stiftung. Sechs Künstler und Duos haben sich zuvor mit je drei Liedern den gut 50 Zuhörern in der Wawerner Synagoge präsentiert – auf sehr hohem Niveau und unglaublich vielfältig.

Das Trierer Duo Reif mit Alvin Koster (Piano, Gesang) und Achim Weinzen (Gesang, Gitarre). Foto: Mechthild Schneiders

Tief ist sie. Rauchig. Diese Stimme klingt nach zu viel Bourbon, zu vielen Gauloises, durchgezechten Nächten. Die Augen geschlossen, sieht man sich in einer verqualmten Bar am Mississippi-Delta, zusammen mit ungehobelten Männern in Lederjacken und schweren Boots.

Öffnet man sie, sitzt auf dem Barhocker in der Wawerner Synagoge eine zierliche Frau, keinen Meter sechzig groß, mit einer Power für zwei: Delta Danny. Der Künstlername von Daniela Schumacher aus Darmstadt verrät ihren Stil: Delta Blues, ursprünglich, rau - und authentisch. Mit ihrer "außergewöhnlich tollen, rauchigen Stimme" (Jury), ihrem gefühlvollen Gitarrenspiel und den melancholischen Texten singt sie sich in die Herzen der Zuhörer, die eine Zugabe fordern - die einzige an diesem Abend.

Ausgereift die Musik des Trierer Duos Reif mit Achim Weinzen (Gesang, Gitarre) und Alvin Koster (Piano, Gesang). Obwohl in der Tradition der Musik der 70er Jahre stehend, klängen ihre Songs mit deutschen Texten sehr aktuell, urteilt die Jury: "Die beiden sind gut drauf und mitreißend."

Ihr gefalle die Melodik und die Harmonie der Stücke, sagt Musikwissenschaftlerin Michaela Brohm-Badry. "Die Musik ist lebendig, lebensbejahend." Und witzigerweise ein krasser Gegensatz um schwermütigen Blues.

"Wir suchen eine ehrliche Haut. Eine, die sich mitteilen will, ja, mitteilen muss", hat Moderator Gerd Birsner das Ziel des Liedermacherwettbewerbs "Sing a Song" der Dieter-Lintz-Stiftung beschrieben. Mit diesen Musikern haben die Organisatoren die Richtigen gefunden. Bewertet werden die Kandidaten in fünf Kategorien: Komposition, Ausführung, Text, Vortrag sowie der Gesamteindruck.

Ganz in der Tradition der deutschen Songwriter steht Anja Sachs (Wiesbaden). Sie singt von schwierigen Entscheidungen, von der einsamen alten Frau und - ganz humorvoll - "Kühe mampfen Gras". Ihre Texte intelligent, die Stimme klar, die Musik schnörkellos.

Genau wie Jürgen Trunczik. Der Lokalmatador aus Kanzem hat aktuelle Songs im Gepäck: gesellschaftskritische Texte und feinstes Fingerstyle. "Locker und professionell", urteilt die Jury, der besonders die "Flammengeister" gefällt.

Mit "sehr melodischem zweistimmigen Gesang" überzeugt das Duo Ed Stevens Voices aus Baldringen (Verbandsgemeinde Kell am See). Petra Puhl und Edmund Bohr haben sich dem deutschsprachigen Country und Folk verschrieben.

Ganz anders die Musik von Masha, hinter der sich die Trierer Pianistin Maria Vicente verbirgt. Ihre Musik eine Mischung aus Jazz, Chanson und Musical, ihre Stimme klar, ihr Klavierspiel anspruchsvoll.

Ein sehr hohes Niveau verspricht Birsner den gut 50 Zuhörern zu Beginn. Das Line-up erfüllt diese Anforderung - in vielfältiger Weise. "Die sehr unterschiedlichen Musikstile haben die Vergleichbarkeit extrem schwierig gemacht", sagt Jurymitglied Brohm-Badry. Und so haben sie, Rebekka Lintz und Wolfgang Maes entscheiden: "Wir wollen etwas Frisches, etwas Andersartiges, das aus dem Mainstream hervorsticht." Den im August 2014 verstorbenen Volksfreund-Kulturredakteur Dieter Lintz hätte ihre Wahl gefallen.

Delta Danny und Reif haben sich für das Finale am Samstag, 13. Mai, im Front of House der Arena Trier qualifiziert. Der zweite Vorentscheid ist am Samstag, 22. April, in Schweich. Der letzte Termin ist am Samstag, 29. April, im Club Toni, Domfreihof 1a in Trier.

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