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Literaturnobelpreis 2021 geht an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah

Kultur : Und der Literaturnobelpreis geht an ...

... Abdulrazak Gurnah. Der Schriftsteller aus Tansania konnte die Akademie mit einem besonderen Aspekt in seinen Werken überzeugen.

Es ist eine große Überraschung: Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an den in Deutschland relativ unbekannten tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt.

Der 1948 geborene Autor erhält den Preis „für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten“, wie der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, Mats Malm, bei der Bekanntgabe sagte.

Abdulrazak Gurnah wuchs auf der Insel Sansibar auf, kam als Flüchtling aber Ende der 60er Jahre nach Großbritannien, wo er seither lebt. Er hat nach Angaben der Schwedischen Akademie zehn Romane veröffentlicht, außerdem eine Reihe von Kurzgeschichten.

Er begann demnach als 21-Jähriger mit dem Schreiben. Obwohl Suaheli seine Muttersprache ist, schreibe er seine Bücher auf Englisch. Auch andere Sprachen wie Deutsch hätten einen Einfluss auf sein Werk, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees der Akademie, Anders Olsson.

Gurnahs vierter Roman „Paradise“ von 1994 (in Deutschland erschienen als „Das verlorene Paradies“) brachte ihm den Durchbruch als Schriftsteller.

Der Nobelpreis für Literatur gilt als die prestigeträchtigste literarische Auszeichnung der Welt. Der Preis geht wie die weiteren traditionellen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück.

1901 war er zum ersten Mal verliehen worden, damals an den Franzosen Sully Prudhomme. Seitdem haben ihn fast 120 Persönlichkeiten erhalten. Der bislang jüngste Preisträger war 1907 der damals 41 Jahre alte „Dschungelbuch“-Autor Rudyard Kipling, die älteste Doris Lessing, die ihn 2007 im Alter von 88 Jahren bekommen hatte.

Im vergangenen Jahr war die amerikanische Dichterin Louise Glück mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie war damit eine von 16 Frauen, die den Preis bislang in Empfang genommen haben.

Wie im Vorjahr sind die Nobelpreise auch diesmal mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980 000 Euro) pro Kategorie dotiert. Sie werden traditionell am 10. Dezember verliehen, dem Todestag Nobels.

Bereits in der ersten Wochenhälfte waren die diesjährigen Preisträger in den wissenschaftlichen Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Unter ihnen waren mit dem Meteorologen Klaus Hasselmann und dem Chemiker Benjamin List auch zwei Deutsche.

Die wissenschaftlichen Nobelpreise werden häufig an zwei oder drei Preisträgerinnen und Preisträger auf einmal vergeben, die zum Beispiel gemeinsam zum selben Themenfeld geforscht haben. Der Literaturnobelpreis zeichnet dagegen pro Jahr in der Regel nur eine herausragende literarische Persönlichkeit aus.

Nach der Kategorie Literatur folgt am Freitag die Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers, der als einziger in Oslo statt in Stockholm gekürt wird. Zum Abschluss werden dann am nächsten Montag die Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften verkündet - das ist die einzige Kategorie, die nicht auf Nobels Testament zurückgeht.

(dpa)