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Ma'alot-Bläserquintett spielt in Trier beim Kammerkonzert im Kurfürstlichen Palais

Konzert : Wenn Musik in die „Harmonie gesetzt“ wird

Nur mit Bläsern: Zweites Trierer Kammerkonzert am Mittwoch im Kurfürstlichen Palais.

Es wird wohl nur Zufall gewesen sein. Jedenfalls tritt im zweiten Trierer Kammerkonzert (13. November, 20 Uhr) mit dem Ma’alot Quintett (hebräisch „Weg zu Harmonie“) nach längerer Zeit wieder ein Bläserensemble im Kurfürstlichen Palais auf. Und beginnt sein Konzert mit einem Querschnitt aus Mozarts Oper „Cosi fan tutte“. Guido Schäfer hat Mozarts Musik für Bläser bearbeitet und stellt sich damit in eine weit verbreitete Tradition des späten 18. Jahrhunderts. „In die Harmonie setzen“ bedeutete: populäre Stücke aus Oper oder Konzert für Bläser arrangieren und sie damit auch tauglich zu machen für populäre Freiluft-Aufführungen. Eine „Harmoniemusik“ war oft eine Musik für Sommerabende und Sommernächte. „In die Harmonie setzen“ – auch György Ligetis „Sechs Bagatellen“ basieren auf dieser Verfahrensweise. Sie sind Bläserfassungen des Klavier-Zyklus‘ „Musica Ricercata“ (1951-1953).

Die Bläserfassungen geben den Stücken dabei im Vergleich zum Klavier eine ausgeprägte Farben-Vielfalt mit. Ligeti, damals noch in Ungarn, konnte die Freigabe des Werks indes nicht durchsetzen.

Mit Darius Milhauds „La Cheminée du Roi René“ und dem Bläserquintett von Claude Paul Taffanel (1844-1908) bewegt sich das Ma’alot Quintett dann auf französischem Terrain. Milhauds „Kamin des Königs René“ ist eine umgearbeitete Filmmusik. Sie schildert  eine Liebesgeschichte im  Mittelalter, orientiert sich stilistisch dabei am französischen Barock. Inspiriert wurde das Opus allerdings vom herrlichen Alpenblick in den Schweizer Bergen, wo Milhaud 1938 seinen Urlaub verbrachte. Claude Paul Taffanel schließlich gilt als „Vater der modernen französischen Flötenspielschule“. Kein Wunder, dass auch sein Bläserquintett 1876 von der „Society des Kompositeurs de Musique“ mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurden. Für ein Bläserensemble ist die Akustik im Festsaal des Kurfürstlichen Palais heikel, im Forte kann sich der Klang überschlagen. Aber das Ma’alot Quintett gehört seit seiner Gründung im Jahre 1986 zu den weltweit führenden Kammermusikensembles. Herausragender Erfolg war 1989 der erste Preis beim internationalen Wettbewerb der ARD in München. Ausgedehnte Konzert-Tourneen führten es durch die ganze Welt. Alle Mitglieder des Ensembles spielen zudem an Solo-Positionen in bedeutenden deutschen Orchestern oder lehren als Professoren an Musikhochschulen. Da dürfte die Akustik im Palais kein Problem sein.

2. Kammerkonzert, Mittwoch, 13. November, 20 Uhr, Kurfürstliches Palais. Werke von Mozart, Ligeti, Milhaud und Taffanel. Ma’alot Bläserquintett: Stephanie Winker, Flöte, Christian Wetzel, Oboe, Ulf-Guido Schäfer, Klarinette, Sibylle Mahin, Horn, Volker Leßmann, Fagott. Karten im Musikhaus Kessler und unter ticket-regional. Für Studierende von Universität und Hochschule Trier Eintritt frei.