1. Region
  2. Kultur

Männer mit Melonen und ein Schutzengel - Kurzgeschichten-Wettbewerb: Das sind die Gewinner

Männer mit Melonen und ein Schutzengel - Kurzgeschichten-Wettbewerb: Das sind die Gewinner

Gesucht: die spannendste, ungewöhnlichste, originellste Kurzgeschichte. Gefunden: Raphael Menke, 24 Jahre alt, Student, Autor von "Nur Mut, nimm’s sportlich!", Gewinner. Der Trierische Volksfreund und der Verein der Freunde und Förderer des kulturellen Nachwuchses der Region Trier hatten im April zu dem Wettbewerb aufgerufen.

Der Trierische Volksfreund und der Verein der Freunde und Förderer des kulturellen Nachwuchses der Region Trier hatten im April zu dem Wettbewerb aufgerufen. Eingeladen waren Autoren aus der Region Trier-Eifel-Mosel-Hunsrück, die nicht älter als 27 Jahre sind.

Unter zwei Dutzend Bewerbern hat die Jury (siehe unten) zunächst eine "Shortlist" mit fünf Beiträgen ausgewählt. Fünf Beiträge, die das Zeug zur Nummer eins hatten. Fünf Autoren, die stilistisch, formal und inhaltlich überzeugten.
Kleinigkeiten gaben den Ausschlag zugunsten von Raphael Menke. Er hat sich eine Geschichte ausgedacht, in der es um merkwürdige Männer mit Melonen und einen Schutzengel geht - lesen Sie selbst !

Ebenso talentiert, ebenso eindrucksvoll und deshalb hier genannt: Elisabeth Nelgen aus Schöndorf ("Zwei Tage Stadt"), Tatjana Mayeres aus Prüm ("Sommerfrische"), Martin Schüttö aus Gusterath ("Der Vater des Pianoforte") und David Rieflin aus Trier ("Schuldiges Kind"). Chapeau!

Sonderpreise erhalten der jüngste Wettbewerber und die älteste Wettbewerberin. Damian Bauer aus Morbach, acht Jahre alt, hat "Chili con carne" gemalt und geschrieben; seine Bildergeschichte wird in der September-Ausgabe der Kinderzeitung "Lucky" veröffentlicht. An Nikolia Arvanitis aus Thalfang, 37, vergibt die Jury ein Extra-Lob für ihren Text "Nur Mut!", wegen der Altersbeschränkung außer Konkurrenz. Ihren Text finden Sie hier .

Das sagt die Jury:
Dr. Frank Meyer, Schriftsteller, Geschäftsführer des Graduiertenzentrums der Universität Trier und Leiter der Zentralen Studienberatung:
Raphael Menkes Kurzgeschichte: "Nur Mut, nimm's sportlich!" überzeugt durch eine unkonventionelle Erzählstruktur und durch die surreale Idee, dass ein gewöhnlicher Besuch bei einer Jobmesse in ein ebenso unfreiwilliges wie ungewöhnliches Ausbildungsverhältnis endet. Menkes plaudernder Sprachstil passt zur pfiffigen Erzählidee, die kurzweilig und mit einigen witzigen Wendungen umgesetzt wird.

Rudolf Hahn, ehemaliger Leiter des städtischen Bildungs- und Medienzentrums Trier:
Die Kurzgeschichte von Raphael Menke ist für mich originell und gleichzeitig irritierend. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich reinzufinden, war dann aber gepackt. Sie wird sicherlich polarisieren, aber das hebt sie von anderen ab.

Prof. Dr. Michaela Brohm, Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier:
Männer mit Melone? Schutzengel? Mein erster Eindruck: Das driftet zu sehr ins Fantastische ab. Mein zweiter Eindruck: Die Geschichte hat Potenzial, weil sie sich um eine Frage dreht, die viele junge Menschen beschäftigt. Originell, kontrovers - das wird für Diskussionen sorgen.

Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur des Trierischen Volksfreunds:
Ein Thema, das viele junge Menschen umtreibt (die Eltern nerven mit dem Spruch: Kind, was willst du eigentlich mal werden?), das langweilige Vorsprechen auf einer Jobbörse, so banal fängt die Geschichte von Raphael Menke an - doch plötzlich explodiert die Fantasie! Flucht aus dem Alltag! Glückswechsel! Ein bisschen kafkaesk, ein bisschen surreal. Starker Plot!