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Maler, Grafiker und Buchillustrator - Trauer um Trierer Künstler Werner Persy

Der Trierer Künstler Werner Persy ist gestorben. TV-Foto: Eva-Maria Reuther
Der Trierer Künstler Werner Persy ist gestorben. TV-Foto: Eva-Maria Reuther FOTO: (g_kultur
Trier. Werner Persy hat die Kunstszene in der Region Trier in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geprägt. Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Preise. Am vergangenen Freitag ist der Maler und Grafiker im Alter von 93 Jahren gestorben. Der mehrfache Preisträger wie kaum ein Anderer in der Rist am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Maler und Grafiker prägte die Kunstszene in der Region in den vergangenen Jahrzehnten wie kaum ein anderer. Eva-Maria Reuther

"Was mir das Leben an Vielfalt beschert hat, will ich über meine Bilder anderen Menschen mitteilen". Was Werner Persy anlässlich der Verleihung des Ramboux Preises der Stadt Trier im Jahr 2000 über seine Berufung als Künstler sagte, fasst treffend sein Werk zusammen. Als Mittler zwischen dem eigenen Erleben und dem seiner Betrachter hat der Maler und Grafiker stets seine Bilder verstanden.

Auch wenn seine Motive vielfältig waren, so stand für den 1924 in Trier geborenen Künstler doch immer der Mensch im Vordergrund mit seinen Freuden, Träumen, Sehnsüchten, seinem Leid und natürlich seiner Liebe. Die war für Persy stets ein zentrales Thema, ob es nun nicht weiter benannte Liebespaare in ihrem Miteinander waren oder die Illustration von Salomos Hohem Lied.

Der hochgewachsene Künstler mit dem markanten Kopf und dem gewaltigen Bart, gehörte seit langem zu den Säulen der Trierer Kunstszene. Sein Werk bereichert zahlreiche Kirchen und öffentliche Gebäude der Region. Seine leuchtenden Landschaftsaquarelle wie seine gekonnten Holzschnitte und seine beseelten Gemälde finden sich in vielen Privatsammlungen. Zudem arbeitete der vielseitige Künstler als Buchillustrator. Nicht zu vergessen seine Malkurse und Reisen, die den weltläufigen Künstler in die Provence und an viele andere Orte führten.

Persy war ein Mann klarer Vorstellungen. Zahlreich sind seine Merksätze überliefert. "Ich bin mir immer treu geblieben" pflegte der einstige Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie zu betonen und meinte damit, dass er stets ein Gegenständlicher geblieben sei. Das Festhalten am Gegenstand, am figürlichen Bild, war für Persy mehr als eine Stilfrage. Es war Ausdruck seines Selbstverständnisses als malendes "soziales Wesen".

Die Wirklichkeit in seiner Malerei zu zitieren, das gehörte für den ehemaligen Jagdflieger, der 18-jährig die Schrecken des Krieges erlebte, zu seiner Philosophie einer Arbeit die "mitten im Leben" stand. Als ein Werk über die Grundfragen der menschlichen Existenz stellt sich das Lebenswerk des mehrfach ausgezeichneten Künstlers dar. Die blieb für Persy untrennbar eingebettet in den großen Zusammenhang der Natur. Mit Werner Persy verliert die Trierer Kunstszene eine ihrer prägnantesten Persönlichkeiten. Was bleibt sind seine Bilder voller Menschenfreundlichkeit und Anteilnahme am Menschen und seinem Dasein. Es ist ein Werk voller Emotionalität und Glaubenssicherheit, zudem voller Lust an der Farbe und am künstlerischen Schaffen. In ihm stellt sich fraglos ein anderes Bekenntnis des lebensbejahenden Künstlers dar: "Die Kunst hat mir geholfen, schwere Zeiten durchzustehen".