Meinung

Manche Entscheidungen über Stellenbesetzungen sind mehr als eine reine Personalie. Es geht nicht nur um die Frage, wer was am besten kann, sondern es geht auch darum, in welche Richtung sich etwas entwickeln soll.

Bei einem Land, das an Denkmälern, Museen und historischen Liegenschaften so reich ist wie Rheinland-Pfalz, spielt es eine erhebliche Rolle, wie man sich den Umgang mit den Schätzen seiner Geschichte vorstellt. Man kann sie als Mausoleum betrachten, in dem - sorgfältig einbalsamiert -die Vergangenheit konserviert wird. Zaun drum, Deckel drauf, Hauptsache, alles bleibt wie es ist: Denkmalschützer neigen bisweilen zu einer solchen Denkweise. Aber das geht an den Menschen vorbei, die sich für die Geschichte interessieren, und die sie nicht an abstrakten Orten erleben wollen, sondern an Original-Schauplätzen. Und es wird auch der Geschichte selbst nicht gerecht, die doch für möglichst viele Menschen lebendig bleiben soll, und nicht nur für eine Handvoll Eingeweihter. Und es ignoriert, last ,not least, den Umstand, dass auch die Pflege der Historie Geld kostet und dass es keine Sünde ist, zu fragen, ob sie auch welches erwirtschaften kann. Die neue Struktur der Landesdenkmalpflege eröffnet in dieser Hinsicht bessere Möglichkeiten. Und sie stellt durch die geschickte personelle Besetzung auf verschiedenen Ebenen sicher, dass die Flexibilität der Nutzung nicht mit einer Schädigung der Substanz einher geht, die niemand wollen kann. Sie bindet unterschiedliche Interessen in einen intelligenten Kompromiss ein. Wichtig ist aber auch, dass das Land weiterhin bei der Erkenntnis bleibt, dass die Nutzbarmachung und Erschließung seiner Ressourcen auch Investitionen erfordert. Die Konstantin-Ausstellung und die Kaiserthermen sind dabei leuchtende Beispiele, aber keineswegs das Ende der Fahnenstange. Dass der neue Generaldirektor des Rheinland-Pfälzischen Kulturerbes eine gewisse Affinität zu Trier hat, muss dabei kein Nachteil sein. d.lintz@volksfreund.deIntelligenter Kompromiss