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Mensch ... Stefan Raab

Mensch ... Stefan Raab

Die Raabisierung des Fernsehens geht weiter: Ab November gehen Sie, lieber Stefan Raab, also unter die Polit-Talker. "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen" soll Ihre Runde am Sonntagabend heißen.

Und genau so, wie wir es von Wok-WM, Schlag den Raab und Bundesvision Song Contest kennen, geht es ums Gewinnen. Es treten mehrere Gäste (in diesem Fall: "zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger", wie Sie angekündigt haben) gegeneinander an. Derjenige, der die meisten Menschen im Publikum von seiner Meinung überzeugen kann, bekommt 100 000 Euro. Laufen wird die Sendung parallel zu Günther Jauchs Kuschelrunde nach dem Tatort. Ganz ehrlich, Herr Raab? Die Idee ist so bescheuert, dass sie schon wieder lustig ist. Stellen wir uns das mal ganz unverbindlich vor. Da sitzen also zwei beliebige Politiker, sagen wir Joachim Gauck und Angela Merkel. Dazu gesellt sich Normalbürgerin Rentnerin Lieschen Müller aus Oer-Erkenschwick und als Promi … sagen wir … Helge Schneider. Die Diskussion verläuft hitzig, zwischendurch müssen die Kandidaten auf Woks im Studio herumrutschen und Quizfragen beantworten. Alle machen mit, nur Helge Schneider fläzt gelangweilt auf seinem Sessel. Dann kommen die Abschlussstatements. Joachim Gauck sagt: "Es lebe die Freiheit!". Angela Merkel sagt: "Gemeinsam werden wir eine Lösung finden." Lieschen Müller sagt: "Früher war alles besser." Die Kamera zeigt Stefan Raab, der gerade ansetzt, das Abstimmungsprozedere zu erklären. Da zuckt Helge Schneider, schüttelt energisch den Kopf, springt auf und schreit ins Mikrofon: "Katzenklo!" Das Publikum tobt. Stefan Raab drückt den roten Buzzer. Glückwunsch, Helge Schneider. Das Votum ist eindeutig: Wer am lautesten schreit, gewinnt. Maren Meißner Weitere Kolumnen im Internet: www.volksfreund.de/kolumne