Mensch ...

Meinung … Mario Basler! Das ist aber gerade mal noch so gut gegangen. Um ein Haar hätten Sie eine Möglichkeit verpasst, öffentlich dummes Zeug zu reden.

Das passiert Ihnen sonst nie. Aber zum Glück kam auf den letzten Drücker noch die Bild-Zeitung und fragte Sie, was Sie vom Frauenfußball halten. Heidewitzka, da ging\'s aber los. Fußball sei nichts für Frauen, die sollten lieber Tennis spielen, schreiben Sie, das sei wenigstens sexy. Und vor allem sollten sie darauf achten, den Rasen nicht kaputt zu machen. Recht so. Das musste mal gesagt werden. Diese ganzen kickenden Mannsweiber gehören schon lange ins Toraus. Sie können mit den Fußball-Männern ohnehin nicht konkurrieren. Oder gibt es eine Spielerin, die so elegant wäre wie Katsche Schwarzenbeck? So sprachgewandt wie Lothar Matthäus? So klug wie Lukas Podolski? So fair wie Stefan Effenberg? So sexy wie Hans-Peter Briegel? Oder so lauffreudig wie Mario Basler? Eben. Wurde doch mal höchste Zeit, dass einer offen zugibt, dass er immer noch so denkt wie in den 50er Jahren. Was sagen Sie, Herr Basler, da waren Sie noch gar nicht auf der Welt und konnten gar nicht denken? Na, dann hat sich ja unterm Strich nicht viel geändert. Wenn die Damen erfolgreich seien, würden Sie vielleicht irgendwann mal bei einem Spiel reinzappen, haben Sie der Bild gesagt. Das kann man verstehen bei einem Menschen, der so erfolgsverwöhnt ist wie Sie. Als Trainer in Trier und Burghausen haben Sie ja auch nur Siege erlebt. Okay, fast nur Siege. Oder sagen wir: ab und zu auch mal einen Sieg. Keine Ahnung, warum Sie überall vorzeitig rausgeflogen sind. Nächstes Jahr kicken Sie, wie man hört, in der Bezirksliga. Und in der einen oder anderen Prominenten-Elf. Aber seien Sie da mal schwer vorsichtig. Nicht, dass bei einem Promi-Spiel mal eine Nationalspielerin auf der Gegenseite auftaucht. Wenn Sie der Dame dann bierdunstgeschwängert und raucherlungenkeuchend hinterherhecheln, könnte es nämlich sein, dass Sie beim Umfallen den Rasen beschädigen. Dieter Lintz