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Mensch... Thomas Rath

Mensch... Thomas Rath

…, es ist jeden Donnerstagabend das Gleiche: gemütliche Fernsehrunde mit Kollegen, auf dem Tisch Berge von Süßigkeiten und Knabberzeug. Und Pizza.

Zeit für Germany's next Topmodel. Aber kaum flimmert die Model-Zicken-Schönheitsshow über den Bildschirm, geht es los: die Augen brennen, wir sind geblendet. Und Sie sind schuld! Denn Sie sitzen neben der immer bis in die Fußspitzen perfekt gestylten Heidi Klum und dem ebenso perfekt gestylten Thomas Hajo als Dritter im Bunde in der Jury. Sie entscheiden mit darüber, welches 16-jährige Mädchen sich der Illusion hingeben darf, als Gewinnerin der Show demnächst die Haute Couture von morgen zu präsentieren. Oder kurz gesagt, wer oder was schön ist. Das wäre ja ok, würden Sie uns, die wir mit vor dem Fernseher lümmeln, nicht immer wieder durch einen, sagen wir mal, recht eigenwilligen Kleidungsgeschmack auffallen. Sie tragen mit Vorliebe hellgrüne Sieben-Achtel-Hosen zu rosa Polohemden, schwarz-weiß gepunktete Fliegen zu braun-grau karierten Sakkos und gelbe Blumenbroschen an blauen Cordjacken. Im Angesicht Ihrer farbenfrohen Kombinationen fallen uns regelmäßig die Chips aus dem Mund, Herr Rath. Und wir fragen uns: Meinen Sie das ernst? Finden Sie das schön? Scheinbar schon. Auf Ihrer Homepage heißt es über Sie: "Sein unverwechselbarer Stil besticht durch die gekonnte Mischung aus zeitloser Eleganz und nostalgischer Extravaganz, gepaart mit einer sportiv-lässigen Selbstverständlichkeit." Nun ja, unverwechselbar ist Ihr Stil in der Tat, lieber Herr Rath. Aber ganz ehrlich: Sie sehen aus, als wären Sie in den Farbtopf gefallen. Klar, wir verstehen das ja auch irgendwie. Sie müssen sich von ihren makellosen Kollegen absetzen. Aber, wenn wir Ihnen einen Rat geben dürfen: Weniger ist manchmal mehr. Das haben wir auch schon erkannt. Irgendwann passen einfach keine Chips mehr rein.