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Bildung
Die 100-Millionen-Euro-Stiftung feiert

Auch die Kunstfähre der Trierer Tuchfabrik, die Schulen mit lokalen Künstlern vernetzt, wird von der Nikolaus Koch Stiftung gefördert. In echten Ateliers können die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Auch die Kunstfähre der Trierer Tuchfabrik, die Schulen mit lokalen Künstlern vernetzt, wird von der Nikolaus Koch Stiftung gefördert. In echten Ateliers können die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. FOTO: TV / Tuchfabrik Trier e.V.
Trier. Seit 25 Jahren setzt sich die Nikolaus Koch Stiftung für mehr Bildung und für Behinderte ein. Zum Jubiläum verleiht sie fünf Schulklassen Preise.

Sie haben Künstler getroffen, gehen gelernt, Computercafés besucht, gesungen, auf einem neuen Spielplatz geschaukelt, ihre Rechtschreibung verbessert oder in der Schule gefrühstückt. Seit die Nikolaus Koch Stiftung 1993 gegründet wurde, haben Tausende Menschen davon profitiert, dass die Stiftung jährlich rund 100 Projekte fördert. 50 Millionen Euro sind seitdem für bessere Bildung und Behindertenarbeit in die Region geflossen.

Am Donnerstag hat die Stiftung in den Viehmarkt-Thermen ihren 25. Geburtstag gefeiert. Während sich oben ein Mädchen die Nase am Glaskubus plattdrückt, um zu sehen, was da unten passiert, wo sich das Who is Who der Region versammelt hat, erinnert Vorstandsvorsitzender Manfred Bitter zwischen römischen Mauern an die Ursprünge der Stiftung. Gegründet wurde sie 1993 von Luise Koch. Sie erfüllte so den Wunsch ihres Ehemanns Nikolaus Koch, dem langjährigen Verleger des Trierischen Volksfreunds.

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer erinnert an Koch, der mit seinem überparteilichen TV den Anspruch gehabt habe, die Leute in die Lage zu versetzen, sich selbst eine Meinung zu bilden – und der sich verpflichtet gefühlt habe, die Gesellschaft in der Region voranzubringen. „Sein Vermächtnis ist bemerkenswert“, sagt Dreyer. „Die Stiftung legt eine stolze Bilanz vor. Die Region kann glücklich sein, dass es sie gibt.“ Anders als anderen geht es der Stiftung mit einem Vermögen von rund 100 Millionen Euro bestens. Möglich macht das laut  Bitter ein Mix aus Aktien und Immobilien, die gute Erträge bringen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich, dass das Geld so gut angelegt ist. „Wir profitieren alle davon. Nicht nur Trier, sondern auch die Landkreise“, sagt er. Universitätspräsident Michael Jäckel dankt der Stiftung auch im Namen der Hochschule für die vielen geförderten Forschungsprojekte.

Die Redner freuen sich, dass Kochs Erben zum Jubiläum die berufliche Bildung in den Fokus rücken: Gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung verleihen sie den Nikolaus Koch Preis 2018 an fünf Berufsschulklassen (siehe Extra).

Arbeit gibt es laut Bitter weiterhin „ohne Ende“. Noch immer spiele die soziale Herkunft eines Schülers eine große Rolle für seine Chancen. Kinder mit ausländischen Wurzeln schnitten beim Lesen oder Schreiben überdurchschnittlich schlecht ab. Da gebe es großen Handlungsbedarf.

Und bei der Digitalisierung reiche es nicht, für Wlan und Laptops zu sorgen. Ein dicker Ordner voller Förderanträge wartet schon wieder darauf, bearbeitet zu werden.