Mir graut’s vor nix

Mir graut’s vor nix

BERLIN. Smudo, mit bürgerlichem Namen Michael B. Schmidt, ist der vielleicht prominenteste Kopf von "Die Fantastischen Vier". Im Abenteuer "Asterix und die Wikinger" leiht Smudo nun dem Episodenhelden Grautvornix seine Stimme, der seinem Namen alles andere als Ehre macht.

Smudo, welche Rolle spielte Asterix in Ihrem bisherigen Dasein?Smudo: Eine außerordentlich große. Als Teenager habe ich Asterix so sehr geliebt, dass ich mir eingebildet habe, ich könne zu "Wetten dass...!?" gehen. Man müsste mir nur ein Bild mit "Knuff!" und "Puff!" und einem fliegenden Tisch zeigen, und ich könnte genau sagen, aus welchem Heft das ist. Nun sind Sie Bestandteil des Asterix-Universums.Smudo: Als ich als Synchronstimme des Grautvornix angefragt wurde, war ich aus zwei Gründen begeistert. Erstens zählt die zugrunde liegende Geschichte "Asterix und die Normannen" zu meinen drei oder vier Lieblingsheften. Außerdem ist Grautvornix ein ganz besonderer Charakter, aber er ist nicht so groß. Für einen Newcomer in der Synchro-Szene also ein tolle, tolle Sache. Sie sind Rennfahrer und Flieger. Suchen Sie im Gegensatz zu Grautvornix eher das Risiko?Smudo: Nein, das Risiko suche ich nicht. Allerdings hat mein Fluglehrer mal zu mir gesagt: "Na Du bist aber ein ganz Schneller", als er mich mal mit dem Motorrad kommen sah. Da ist schon was dran. Ich spreche ja auch schnell. Aber das bedeutet nicht, dass ich die Gefahr suche. Natürlich spielt diese beim Motorsport immer mit hinein, aber der sportliche Aspekt überwiegt doch sehr. Ich bin kein ängstlicher Mensch. Meine einzige Angst ist die Tiefenangst. Wenn ich im Meer schwimme und ins Dunkel gucke, kriege ich richtig Fracksausen. Auf der Bühne setzen Sie sich u.a. gegen Nazis ein. Inwiefern wurde im Alltag schon einmal Ihre Zivilcourage auf die Probe gestellt?Smudo: Glücklicherweise habe ich mit rechter Gewalt live noch nichts zu tun gehabt, aber mit rechtem Populismus durchaus. Besonders in Amerika finden es manche aus völlig irrigem Grund "geil", wenn man in deutscher Sprache textet. Dann hört man solche Sachen wie "Germany - Great History!" Aber von rechter Gewalt ist das natürlich weit, weit entfernt. Angst verleiht Flügel, meinen die Wikinger. Ist eine gewisse Portion Angst vor dem Gig für einen Musikanten eine gesunde Sache?Smudo: Liza Minnelli und andere Hollywood-Größen sagen immer: ,Ach, wenn dieses schreckliche Lampenfieber bloß nicht wäre!' Das halte ich für Käse. Der Mensch gewöhnt sich an alles, auch die Bühne wird zu einem ganz normalen Arbeitsplatz. Welcher ist Ihr ganz persönlicher Zaubertrank?Smudo: Milchkaffee! Ich habe mir eine richtig teure Kaffeemaschine gekauft, weil ich total abhängig davon bin. Beim Sport trinke ich auch gerne dieses österreichische Wachmachergesöff. Kaffee und Red Bull, das sind meine Zaubertränke! * Das Gespräch führte unser Mitarbeiter André Wesche.

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