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Mit Computer und Klavier

Mit Computer und Klavier

Trier. (gkl) Mit einer Lehrstunde über die Geschichte des Klaviers wurde die Konzertreihe im Trierer Diözesanmuseum eröffnet. Auf amüsante Weise brachte Ratko Delorko seinem Publikum den Werdegang des Tasteninstrumentes nahe.

Etwas Besonderes hatte sich Wolfgang Manz, künstlerischer Leiter der Konzerte im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum, für das erste Konzert der neuen Saison ausgedacht. Es sollte ein Konzert werden, bei dem die Besucher nicht nur hören, sondern auch ihr Wissen vergrößern können. Damit lag der Abend mit dem Pianisten und Hochschullehrer Ratko Delorko ganz auf der Linie dessen, was Manz mit den Veranstaltungen in der Trierer Windstrasse erreichen will. Bei einer Pressekonferenz erklärten er und Horst Langes, Vorsitzender des Vereins "Freunde künstlerischer Museumsveranstaltungen e.V.", dass man mit den Konzerten drei Ziele verfolge. Erstens: das künstlerische Angebot, bei dem das Klavier im Mittelpunkt steht. Zweitens soll das Museum Podium für junge Musiker sein. Nicht zuletzt aber sollen die Freitagskonzerte dem Publikum die Möglichkeit eröffnen, die Hintergründe der einzelnen Kompositionen zu verstehen. Gleich zweimal wird Manz selbst im kommenden Halbjahr den Zuhörern Erläuterungen zu den Werken geben. Am 16. Dezember werden die zwei Sonaten für Violoncello (gespielt von Julius Berger) und Klavier von Johannes Brahms Gegenstand seiner Betrachtungen sein, am 27. Januar erläutert er Klavierwerke von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Geburtstag sich an diesem Tag zum 250. Mal jährt. Neben den Konzerten des Pianisten Georgij Mundorv mit einem slawischen Klavierabend am Dreikönigstag 2006 und von Swetlana Karpunkina, deren Recital am 17. März einen russischen Schwerpunkt haben wird, fällt der 24. Februar ins Auge. An diesem Abend werden herausragende Pianisten des Musikgymnasiums "Belvedere" aus Triers Partnerstadt Weimar mit einem klassisch-romantischen Programm in Erscheinung treten. Der erste Konzertabend mit Ratko Delorko war überaus unterhaltsam. Delorko gestaltete ihn als multimedialen Abend, zu dessen Durchführung er neben einer PC-Präsentation auch ein Clavichord, ein Spinett und ein Tafelklavier mitgebracht hatte. Es war sehr amüsant, seinen Ausführungen über die Geschichte des Klaviers in den vergangenen 300 Jahren zu folgen. Delorko garnierte seinen Vortrag mit musikalischen Einlagen an den verschiedenen Instrumenten, etwa dem es-Moll-Präludium aus Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier am Clavichord oder einer Fantasie C-Dur von Georg Friedrich Händel am Spinett. Nach einer Sonate in B-Dur von Domenico Cimarosa am Tafelklavier ging er mit Kompositionen von Chopin, Liszt, Gershwin und einem eigenen Werk an den modernen Konzertflügel. Doch erst bei Gershwin und Chick Corea hatte der Zuhörer das Gefühl, er sei stilistisch in seiner Heimat angekommen. Fazit: ein gelungener Einstieg in die neue Spielzeit.