Mit Herz und Horn

Einmal alles, aber bitte mit Leidenschaft: Das Instrumentarium der Indieband We Arms umfasst einen halben Musikladen - von Horn, Klarinette, Akkordeon und Trompete über Synthies und E-Gitarren. Die teilweise in Trier beheimatete Band We Arms stellt am Freitag ihr zweites Album vor.

Trier. Zufall? Gibt es nicht. Eigentlich hatten die Dame und die sechs Herren von We Arms einen Studiobesuch in Berlin angepeilt, um nach "Canvas" ein zweites Mini-Album aufzunehmen. Stattdessen ging es für die Moselaner aber kurzfristig nach Darum bei Osnabrück, aufs platte Land - in ein altes Bauernhaus, das in ein modernes Studio umgewandelt wurde. Mit großen Räumen, viel Atmosphäre, ohne den tückischen hauptstädtischen Ausgehzwang.
Für Armin Wondra war es das Beste, was seiner Band passieren konnte. Zumal mit Holger Krzywon - langjähriger Soundmann von The Notwist und Slut - ein echter Könner an den Reglern saß. "Wir hatten Riesenglück. Das war ein Volltreffer für uns", so fasst der We-Arms-Schlagzeuger die Studiowoche in Niedersachsen zusammen. Konzentriertes Arbeiten, von morgens bis nachts, ein bisschen ausprobieren - und alles ohne Hektik oder Lagerkoller. "Wir haben nur vier neue Songs aufgenommen, die hatten wir im Proberaum gut vorbereitet. Mehr wollten wir uns ganz bewusst nicht vornehmen. Die sind dafür nun runder und detailverliebter als auf unserer ersten EP. Wir sind ganz akribisch rangegangen. Jeder Ton muss an die perfekte Stelle", sagt der 24-jährige Trierer Uni-Student. Er ist bei der von der Mittelmosel stammenden Band auch für das Booking zuständig. So schön auch die Studiowoche gewesen sei: We Arms versteht sich vor allem als Liveband. "Wir hatten wegen des Songwritings eine längere Konzertpause eingelegt. Wir freuen uns tierisch darauf, wieder auf der Bühne zu stehen."
Video-Premiere und Tour


Musikalisch umarmt die Band alles, was berührt: schwelgerischen Indie-Pop, aber immer auch mit Herz für das richtige Maß an Elektronik. Dazu gibt\'s neben E-Gitarre, Schlagzeug, Percussion und Bass ein buntes Instrumentarium, das Popbands eher selten unter die Finger kommt: etwa Horn, Trompete, Klarinette, Akkordeon oder auch ein Marimbaphon, das im Studio eingesetzt wurde.
So dürfte es spannend werden, wenn We Arms am Freitag, 17. Juni, in der Trierer VillaWuller offiziell das neue Werk "Shapes" vorstellen. Die CDs wurden gerade rechtzeitig fertig, vor dem Konzert, das um Mitternacht beginnt, wird zudem das Video zu "Familiar Songs" vorgestellt. Die Zeit der Bühnenabstinenz ist damit für die Band vorbei. Im Juni folgen noch weitere Shows. Mitte August geht es mit dem Bonner Indie-Duo Flynn für eine Woche auf Deutschland-Tour. Zum Abschluss steht ein "Heimspiel" an (25. August, Tufa Trier).
Extra

We Arms: Die 2009 gegründete Band stammt aus der Gegend um Bullay und Zell, zwischenzeitlich hat es aber drei Bandmitglieder nach Trier, andere nach Mainz oder Köln verschlagen. Auf der Seite wearms.de kann man das Debüt "Canvas" gratis herunterladen. AF