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Mit Hochfrisur und Fettanzug im Retro-Look

Mit Hochfrisur und Fettanzug im Retro-Look

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für das Tufa-Musical auf Hochtouren. 36 junge Darsteller und eine zehnköpfige Band proben für "Hairspray", das neben vielen schnellen Tanz- und Gesangsnummern auch kostümtechnisch eine echte Herausforderung für alle Beteiligten ist.

Trier. Hannah Schabio gelingt es, innerhalb einer Minute um etliche Konfektionsgrößen zuzunehmen - zum Glück nur vorübergehend. Für die Hauptrolle der übergewichtigen Tracy zwängt sie sich in einen Fettanzug, während Regisseur Stephan Vanecek immer wieder ihre blonde Perücke mit Haarspray bearbeitet, um sie anschließend zu einer Hochfrisur zu toupieren.
"Hairspray" ist eben beim gleichnamigen Musical sowohl auf als auch hinter der Bühne unerlässlich. Für seine Rolle als Edna, die traditionell stets von einem Mann besetzt wird, trägt auch Vanecek auf der Bühne ein gut gepolstertes Unterzieh-Teil, genannt Fatsuit, das den 29-Jährigen in eine korpulente Mittfünfzigerin verwandelt.
Wie in den Musicalproduktionen davor näht Vanecek den größten Teil der Kostüme selbst. Eine echte Herausforderung, denn gerade die Kleider für Tracy und Edna "sprengen die Grenzen jeglicher Schnittmuster", erzählt der Regisseur mit gespielter Verzweiflung. "Man muss eben improvisieren."
Das Stück spielt im Jahr 1962, und Vanecek legt viel Wert auf Authentizität. "Die Kostüme dürfen auf keinen Fall aussehen wie aus dem Karnevalsladen." Original-Stoffe aus den 1960-er Jahren bekommt er von Freunden, die ihm Vorhänge, Tischdecken und Bettwäsche aus Haushaltsauflösungen vorbeibringen. Daraus näht Vanecek die Bühnenkleidung für seine 36 Darsteller, die in den Kleidern auch beweglich sein müssen.
"So viel wie in diesem Jahr wurde bei uns noch nie getanzt", erklärt Vanecek, der bereits zum siebten Mal für die Inszenierung des jährlichen Tufa-Musicals verantwortlich ist. Zusammen mit Dominik Nieß (musikalische Leitung), Angelika Bucks (Choreografie) und Katharina Scherer (Vocalcoach) bereitet er seit Monaten drei Dutzend junge Leute auf "Hairspray" vor.
Ein typisch amerikanisches Musical, in dem es darum geht, dass man mit Ausstrahlung und Persönlichkeit alles schaffen - und sich nebenbei auch gegen Rassismus einsetzen kann. Doch dramatisch wird es kaum - Humor wird großgeschrieben. Dazu jede Menge typische Musik aus den 1960-er Jahren und zahlreiche Tanznummern, die mindestens zum Mitwippen animieren.
"Ich hoffe, dass die Zuschauer aufspringen und mittanzen wollen", sagt Vanecek, der endlich die Perücke von Tracy in Form gebracht hat. Die klebt sich noch die künstlichen Wimpern an, bevor sie sich zusammen mit "Penny", "Link" und "Seaweed" für das TV-Foto in Pose bringt.Extra

Die bereits ausverkaufte Premiere von "Hairspray" findet am Freitag, 18. Septmeber, statt, weitere Vorstellungen: 19. 9. (19 Uhr), 20., 24., 25., 26., 27. 9., 3., 4., 8., 9., 10., und 11.10. (jeweils 20 Uhr im großen Saal der Tufa). kap Karten gibt es im TV-Service-Center Trier.