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Mit Schwung und Melancholie

Mit Schwung und Melancholie

Wer an Tango denkt, der denkt sehr schnell an den Tango-Nuevo und seinen Schöpfer Astor Piazzolla. Mit dem Zyklus Eifel-Tango erweist die Region diesem Komponisten die Ehre.

Niederweis. Der Bach-Zyklus 2010, mit dem die Geigerin Claudia Kussmaul im vergangenen Jahr mit einer ganzen Konzertreihe in der Eifel in Erscheinung getreten ist, war ein vielbeachteter Erfolg (der TV berichtete mehrfach). Grund genug, über eine Fortsetzung nachzudenken. Ein musikalischer Pate war schnell gefunden und bietet sogar Anlass, den neuen Zyklus über zwei Jahre hinzuziehen. Mit insgesamt sieben Konzerten verneigt sich die Eifel in diesem und im kommenden Jahr vor Astor Piazzolla, der vor 90 Jahren geboren wurde und dessen Todestag sich 2012 zum 20. Mal jährt.
Erste Spielstätte der neuen Reihe war Schloss Niederweis, wo Kussmaul die Musik Piazzollas mit Kompositionen von Johannes Brahms (Streichsextett G-Dur, Opus 36) und dem nahezu unbekannten Johannes Bernardus van Bree (Allegro für vier Streichquartette) kombinierte. Was dem leider nicht sehr zahlreichen Publikum geboten wurde, war zweigeteilt. Das zweifellos Beste stellten die Werke "Oblivion" und "Histoire du Tango" von Piazzolla dar, mit Verve und Einfühlungsvermögen interpretiert von Alexander Konrad (Akkordeon) und dem Gitarristen Alexander Kravtsov. Sie verstanden es bestens, den Schwung und auch die Melancholie, die Piazzollas Werken innewohnt, zu vermitteln. Van Brees Allegro war eine zweifellos lohnenswerte Komposition, die aber leider unter dem unpräzisen Zusammenspiel der vier Streichquartette zu leiden hatte.
Das Brahms\'sche Sextett zum Auftakt des Abends hatte unter der Langatmigkeit, mit der die Musiker unter Führung von Kussmaul hier agierten, zu leiden. Die unverkennbaren Bemühungen der beiden Celli (Sonja Lehrke und Gleb Levin), Lebendigkeit in die Interpretation zu bringen, wurden von den Oberstimmen, namentlich von Kussmaul, immer wieder ausgebremst. Schade drum. Da hätte man mehr draus machen können.
Die weiteren Eifel-Tango-Termine in diesem Jahr: Samstag, 1. Oktober, um 20 Uhr im Bitburger Haus Beda sowie Sonntag, 13. November, um 11 Uhr in Schloss Weilerbach (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und um 17 Uhr im Kloster Konz-Karthaus.