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Mit spanischer Musik die Gunst des Publikums gewonnen

Lässt sein Orchester feinfühlig, fast zart musizieren: Dirigent Gustavo Gimeno. Foto: Philharmonie Luxemburg
Lässt sein Orchester feinfühlig, fast zart musizieren: Dirigent Gustavo Gimeno. Foto: Philharmonie Luxemburg
Luxemburg. Der zukünftige Chefdirigent Gustavo Gimeno und das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (OPL) haben mit einem sinfonischen Konzert zum Thema "Spanien" die Gunst des Publikums im Sturm erobert. Auch der Gitarren-Virtuose Juan Manuel Canizares konnte überzeugen.

Luxemburg. Schon im Mai hatte Gustavo Gimeno mit den Münchener Philharmonikern eine überzeugende Vorstellung in der Luxemburger Philharmonie abgeliefert. Kurz danach wurde er selbst zum "Directeur Musical" des OPL ab der Saison 2015/16 berufen. Das Publikum überzeugte der 38-jährige Spanier damals schon mit Können und Charme.
Das musikalische Thema des Abends "Spain" lag nahe. Der gebürtige Valencianer gestattet den 1300 Zuschauern in der komplett ausverkauften Philharmonie einen Blick von außen (Johann Strauss/Sohn, Maurice Ravel) und von innen (Manuel de Falla, Francisco Coll, Joaquin Rodrigo) auf die Musik seines Heimatlandes. Dabei hält er sich fern von allem folkloristischen Gebimmel.
Die musikalische Dramaturgie des Abends kommt ohne Effekthascherei aus, setzt aber dennoch einige Ausrufezeichen: Beim berühmten "Danza ritual del fuego" von Manuel de Falla aus dem Jahr 1915 bricht sich Gimenos Temperament Bahn und bringt die Zuschauer zu ersten Ovationen.
Dabei gebärdet Gimeno sich nicht wie der Torero in der Arena, sondern lässt sein Orchester feinfühlig, fast zart musizieren. Das OPL folgt dem hochkonzentrierten neuen Maestro mehr als bereitwillig und liefert die wohl beste Leistung der Saison.
Ein weiterer Höhepunkt ist das "Concierto de Aranjuez" (1939) von Joaquin Rodrigo mit seinem weltbekannten Adagio. Hier glänzt Juan Manuel Canizares an der Solo-Gitarre. Er interagiert mit dem OPL ohne Gefühlsduselei - das ist Musik wie hingehaucht. Mit sparsamen Gesten hält Gustavo Gimeno den Laden zusammen und entpuppt sich als Meister der feinen, leisen Töne.
Großer Respekt vor seinem zukünftigen Orchester ist spürbar, er führt es an der langen Leine, und die Musiker danken es ihm mit überbordender Spielfreude, strahlende Gesichter allenthalben. Auch das Publikum scheint sich sehr auf die Früchte der zukünftigen Zusammenarbeit zu freuen und spendet Bravos zum großen Applaus. Diesem Abend wohnt der Zauber des Neuanfangs inne, fast wie der Beginn einer neuen Liebe. DT