Mixed-Zone-Konzert im Trierer Theater mit Bossanova begeistert Besucher

Konzerte / Weltmusik : „Der Bossa Nova kann alles sein!“

Zwei starke Musiker und eine wunderbare Frauenstimme verzaubern das Publikum im Theater.

„Schuld war nur der Bossa Nova“, sang schon Anfang der 1960er eine junge Dame namens Manuela, das war ein großer Hit damals. Wenn heute die Brasilianerin Paula Morelenbaum (was für ein wunderbarer und passender jüdischer Name, angelehnt an die süß-saure Schattenmorelle) beim Konzert des Bossarenova-Trios in der Mixed-Zone des Trierer Theaters postuliert: „Bossa Nova can be ­everything“, dann merken die über 600 Zuschauer im ausverkauften Großen Haus sofort und bis ins Mark, wie modern und massentauglich diese traditionelle südamerikanische Musik sein kann.

Es ist eine coole Truppe, die da mit Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach und seinen Trierer Philharmonikern auf der Bühne steht. Dass der Bossa Nova keine Frage der Herkunft, sondern des Gefühls ist, beweisen aufs Prächtigste die Deutschen Ralf Schmid am Flügel und Joo Kraus an der Trompete. Ja, cool ist auch die Musik, anregend, sehr gefühlvoll, und sie wäre auch tanzbar. Da das Publikum aber an seine Sitze gefesselt ist, wippen nur die Köpfe, die Füße, die Oberkörper im Takt. Mancher lehnt sich auch entspannt zurück, schließt die Augen und genießt.

Eigene Kompositionen von Bossarenova – unter anderen eine gerappte Samba – wechseln mit Klassikern oder Interpretationen bekannter Swing- oder Bluessongs und Chansons. Ein breites Spektrum, wirkliche Weltmusik, oft jazzig angehaucht. Die Streicher legen einen dezenten Klangteppich unter das Ganze, manchmal dürfen die Bläser oder die Percussion ein unterstützendes Solo einstreuen, ansonsten übt sich das Orchester und Maestro Hochstenbach in vornehmer Zurückhaltung. Das Trio ist der Star. Sie machen das ganz wunderbar lässig, aber sehr gekonnt, das kommt an. Stehende Ovationen der Besucher sind der Lohn.

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