Mörderisch schöne Aussicht

Mörderisch schöne Aussicht

Sechs Autoren haben am Kampf um den Deutschen Kurzkrimi-Preis im Rahmen von "Tatort Eifel" teilgenommen.

Daun Das Genre des Krimis inspiriert schon immer viele junge Nachwuchsautoren zu ungeahnten und spannenden Werken. Dem passt sich das Krimi- Festival "Tatort Eifel" seit vielen Jahren an und schreibt den Deutschen Kurzkrimi-Preis aus.
Auch in diesem Jahr wurden beim Talentwettbewerb wieder rund 375 mörderische Kurzgeschichten eingereicht, die alle eines gemeinsam haben mussten: Sie sollten einen Bezug zur Eifel haben und durften noch nicht veröffentlicht sein. Der Deutsche Kurzkrimi-Preis ist übrigens mit insgesamt 3000 Euro dotiert.
Im Kinopalast Vulkaneifel fand die Vorstellung der sechs besten ausgewählten Kurzkrimis statt. Als Leser wurden der Schauspieler Johann von Bülow sowie der Krimiautor Jürgen Kehrer verpflichtet. Zusammen mit Moderator und Eifel-Krimiautor Ralf Kramp von Bülow auch aus seiner Anthologie "Tatort Eifel 6" las. Für die rund 100 Besucher wurde es jedenfalls ein spannender und unterhaltsamer Abend.
Sechs Geschichten mit Humor, Spannung, Skurrilität und immer mit mörderischem Akzent gab es zu hören. "Das Sterbezimmer" in der gleichnamigen Geschichte von Paul Pfeffer ist ein Büro. "Todsicheres Alibi" von Wolfgang Quest spielt sogar während des Krimi-Festivals "Tatort Eifel". Siegerin des Deutschen Kurzkrimi-Preises wurde Ingrid Reidel mit ihrer lustigen Geschichte "Die schöne Aussicht", in der sich jemand an einen Mord in einem Hotel am Nürburgring erinnert. Den zweiten Preis gewann Kathrin Döbele mit "Das Nest", den dritten Paul Pfeffers "Sterbezimmer".
"Also, ‚Die schöne Aussicht‘ und ‚Todsicheres Alibi‘ haben mir sehr gut gefallen", sagte Besucher Michael Friedrich. "Und Johann von Bülow hat wirklich sehr gut vorgelesen, das fand ich klasse!"
Freundlich, zuvorkommend und publikumsnah präsentierte sich Johann von Bülow. Seine Lesungen aus drei Kurzgeschichten: spannend und schauspielerisch glänzend erzählt. "Offen gestanden bin ich gar kein Krimi-Fan. Das bringt der Beruf mit - dass man dem Krimi als Schauspieler nicht entkommen kann", erzählt von Bülow dem TV im Gespräch. "Ich persönlich finde Krimis gut, wo es nicht um diese Kreuzwortfrage geht, wer der Täter ist, sondern wo man Geschichten über die Menschen zeigt. Deshalb ist der Krimi ‚Ein Kind wird gesucht‘, den wir heute Abend sehen, mehr als ein gängiger Krimi." In "Ein Kind wird gesucht" spielt von Bülow die Hauptrolle als der betroffene Vater in einer Geschichte, die wirklich passiert ist. Darum bedeutete der Abend für den Schauspieler einen Doppelauftritt, denn noch vor Ende der Lesung musste er in einen anderen Kinoraum, in dem die Premiere von "Ein Kind wird gesucht" stattfand.
Vom Krimifestival ist der 44-Jährige - übrigens ein entfernter Verwandter von Loriot (Vicco von Bülow) - beeindruckt: "Denn was die hier aus dem Nichts geschaffen haben und welche Dimensionen es heute hat, da kann man nur gratulieren!"

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